Todenwarth Spätsommer

Oktober 15th, 2016

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Familie Dres. Halbig –  Todenwarth 1 – 98597 Fambach

Tel.: 036848-31401      j.halbig@todenwarth.de

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Vom Wunschballon und der Posaune im Schneewittchensarg

Oktober 4th, 2020

Ralph Schüller und seine Band waren im Garten von Schloss Todenwarth zu Gast. Das Konzert war gut besucht.

Ralph Schüller gastierte mit Band im Garten von Schloss Todenwarth, die Musiker kamen sehr gut an. Fotos (2): Annett Recknagel

Todenwarth/Fambach – „Wenn ein Wunschballon, 300 Meter über uns in einer langen Nacht wunderbar verbrennt“ – wer wollte, konnte diesen Song, der einfach nur zum Träumen einlädt, am Samstag gleich zweimal hören. Ralph Schüller und Band interpretierten ihn zur Ausstellungseröffnung von „überland“ in Schmalkalden und am Abend noch einmal, zum Konzert auf der Todenwarth. Beide Male ohne Regen und beide Male mit viel Empathie. Das Publikum honorierte das.

Am Abend war es recht frisch, doch die Gäste hatten sich darauf eingestellt. Außerdem lagen Schirme bereit.„Sicherheitshalber und außerdem regnet es dann meistens nicht“, bemerkte Michael Sommer. Die Veranstaltung war vom Kunstverein „Kunst heute“ organisiert worden. Mit dem Garten von Schloss Todenwarth hatte man für den Abend ein passendes Ambiente gefunden. Schlossherr Jochen Halbig freute sich über die Gäste, die sich, wie bei den vorigen Konzerten und Lesungen auch, an die in Corona-Zeiten vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen hielten.

Die Band ihrerseits befolgte das auch. Trompeter Anton Sterz spielte hinter einer Plastikwand. „Der Schneewittchensarg“, frotzelte Ralph Schüller und schon war für gute Laune gesorgt. Ohnehin verstand es der gebürtige Suhler, das Publikum mit Worten und Liedern anzusprechen. Wobei man die Texte schon verfolgen musste. Das aber tat richtig gut. Wirkten sie doch beinahe wie innere Dialoge mit sich selbst. „Hält der Wind, was er verspricht? – Hält er nicht“ ist ein Beispiel. Oder die Zeile: „Wer die Blume nicht ehrt, ist die Vase nicht wert und den ganzen Duft“.

Es sind die kleinen, beinahe unscheinbaren Dinge, über die Schüller singt. In einem Lied fragt er: „Wo ist die Ruhe? Ich kann nicht schlafen.“ Man braucht nicht lange zuzuhören, um zu bemerken, da steht jemand hinterm Mikrofon, der sich umschaut, der das Leben kennt und Dinge benennt, die andere möglicherweise übersehen. Dazu die Musik. Sie geht ins Ohr. Etliche bewegen ihren Füße und wippen im Takt mit. Kalt kann es dabei nicht werden.

Mittlerweile denkt Ralph Schüller übers Trödeln nach. Selbstverständlich trödelt er bei dem Song auch. „Die Brote geschmiert, gebunden die Schuhe, wir sind spät dran und wir müssen los“ – derartige Situationen kennt ein jeder im Publikum. Dann die Frage: „Warum mein Herz, warum trödel ich bloß?“ Das Schöne an den Songs der Band ist die direkte Vorstellungskraft. Jedes Lied wird plastisch, eben, weil der Sänger so gut beschreibt. Aber nicht in ausufernden Texten, sondern kurz und knapp. Zwischendurch gibt es Erinnerungen an die DDR-Zeit. Schüller ist Jahrgang 1967 und kennt die Zeit, als in den Hinterhöfen die Wäsche hängt und die stinkenden Zigaretten, die sich Karo nannten, 1,60 DDR-Mark kosteten. Dass man im Dorf immer schön „Guten Tag“ sagen musste, weiß er auch – „sonst setzte es Ohrfeigen vom Vater“.

Der Abend verläuft harmonisch, bisweilen melancholisch, natürlich fröhlich und auch sehr musikalisch. Zu Schüllers Band gehört auch Frank Oberhof. In der Region ist er bekannt als Organisator der „Liedertour“, bei Schüller spielt er Akkordeon. Es macht Spaß, der Band zuzuhören. Zwischendurch lässt sich in den Abendstunden sogar die Sonne blicken. Dann die musikalische Frage: „Hast du mich, habe ich dich heute schon vermisst?“

Das Publikum hätte es sicherlich getan, wenn die Band nicht aufgetreten wäre. „Schön, dass ihr da wart“, meinte Katrin Sommer vom Kunstverein und freut sich schon jetzt auf ein Wiedersehen.

Presse zum Sommerfest, Samstag 15.8.2020

Oktober 4th, 2020

Ein Gesamtpaket mit Wumms

Aus einem Frühlings- wurde ein Sommerfest auf der Todenwarth – mit Mut zum Wetter. Das aber spielte mit und so erlebte das Publikum ein Blueskonzert der Extraklasse mit einem Trio der Extraklasse.

Landrätin Peggy Greiser ließ sich das Fest auf Schloss Todenwarth nicht entgehen. Hier ist sie im Gespräch mit Michael Scholz, Meiko Lesser, Gerhard Raßbach und Kai Lehmann.
Fotos (2): Annett Recknagel

Todenwarth – Ihr Knutschmund erinnert an Katharina Thalbach, ihre Gesten eher an deren Enkelin Nellie. Grazil und beweglich – das ist Simone Reifegerste. Wumms hat sie auch. Und stillstehen kann sie gar nicht. Die auberginenfarbigen Locken mit bunten Bändern hüpfen auf und ab, ihre Halsketten vibrieren und um den Mikrophonständer hat man als Zuschauer schon ein bisschen Angst. Die Dame, die da auf der Treppe von Schloss Todenwarth steht, hat Musik im Blut. Unverkennbar. Und ihre Stimme erst. Soul, Jazz und Blues sind angekündigt. Simone Reifegerste nimmt das Publikum mit in eine Küche, früh um 5 Uhr. Die Gäste sind beim Absacker hängen geblieben. Und dann „Time after time“. Reifegerste singt von „confusions“ (Verwirrungen) und dem „suitcase of memories“ (Koffer voller Erinnerungen). Und dann der Refrain: If you fall, I will catch you, I’ll be waiting – Time after time (Wenn du fällst, werd ich dich auffangen und ich werde warten – jedesmal). Spätestens jetzt stellt sich der Effekt in der Küche, früh um 5 Uhr, ein. Ebenso wie das Bild von Cindy Lauper mit der kupfernen Haarfarbe und den special Effekts der 1980er Jahre. Simone Reifegerste imitiert die Künstlerin perfekt. Und das ist erst der Anfang des Konzertes auf Schloss Todenwarth. Die Veranstaltung war als Frühlingsfest des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde geplant. Corona funkte dazwischen und so feierte man am Samstag kurzerhand ein Sommerfest. Zum Glück ohne Nässe von oben. Einzig ein kleiner Schauer hatte die Gäste, darunter auch Landrätin Peggy Greiser, zwischendurch in Atem gehalten. „Ich hab meinen Schirm mit – da regnet es nicht“, prophezeite Greiser und sollte Recht behalten. Hausherr Jochen Halbig verkündete als gleich: „Ich bin glücklich, dass wir nicht abgesagt haben“ und berichtete von spannenden Momenten am Vortag, in denen die Familie etliche Wetter-Apps vergleichen hatte. Derweil lugt Joe Kucera schon hinter der Tür hervor. Sein Saxophon steht bereit. Ebenso das Keyboard für den Dritten im Bunde, Vladimir Strnad aus Prag – ein etwas schwer zu sprechender Name – Halbig aber bemühte sich. Der Keyboader war ebenso wie die Sängerin erstmals auf Schloss Todenwarth. Joe Kucera dagegen kennt sich hier aus. Fünfmal erfreute er die Gäste des einstigen Frühlingsfestes schon mit seinem Saxophonspiel. Und das

Todenwarth – Ihr Knutschmund erinnert an Katharina Thalbach, ihre Gesten eher an deren Enkelin Nellie. Grazil und beweglich – das ist Simone Reifegerste. Wumms hat sie auch. Und stillstehen kann sie gar nicht. Die auberginenfarbigen Locken mit bunten Bändern hüpfen auf und ab, ihre Halsketten vibrieren und um den Mikrophonständer hat man als Zuschauer schon ein bisschen Angst. Die Dame, die da auf der Treppe von Schloss Todenwarth steht, hat Musik im Blut. Unverkennbar. Und ihre Stimme erst. Soul, Jazz und Blues sind angekündigt. Simone Reifegerste nimmt das Publikum mit in eine Küche, früh um 5 Uhr. Die Gäste sind beim Absacker hängen geblieben. Und dann „Time after time“. Reifegerste singt von „confusions“ (Verwirrungen) und dem „suitcase of memories“ (Koffer voller Erinnerungen). Und dann der Refrain: If you fall, I will catch you, I’ll be waiting – Time after time (Wenn du fällst, werd ich dich auffangen und ich werde warten – jedesmal). Spätestens jetzt stellt sich der Effekt in der Küche, früh um 5 Uhr, ein. Ebenso wie das Bild von Cindy Lauper mit der kupfernen Haarfarbe und den special Effekts der 1980er Jahre. Simone Reifegerste imitiert die Künstlerin perfekt. Und das ist erst der Anfang des Konzertes auf Schloss Todenwarth. Die Veranstaltung war als Frühlingsfest des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde geplant. Corona funkte dazwischen und so feierte man am Samstag kurzerhand ein Sommerfest. Zum Glück ohne Nässe von oben. Einzig ein kleiner Schauer hatte die Gäste, darunter auch Landrätin Peggy Greiser, zwischendurch in Atem gehalten. „Ich hab meinen Schirm mit – da regnet es nicht“, prophezeite Greiser und sollte Recht behalten. Hausherr Jochen Halbig verkündete als gleich: „Ich bin glücklich, dass wir nicht abgesagt haben“ und berichtete von spannenden Momenten am Vortag, in denen die Familie etliche Wetter-Apps vergleichen hatte. Derweil lugt Joe Kucera schon hinter der Tür hervor. Sein Saxophon steht bereit. Ebenso das Keyboard für den Dritten im Bunde, Vladimir Strnad aus Prag – ein etwas schwer zu sprechender Name – Halbig aber bemühte sich. Der Keyboader war ebenso wie die Sängerin erstmals auf Schloss Todenwarth. Joe Kucera dagegen kennt sich hier aus. Fünfmal erfreute er die Gäste des einstigen Frühlingsfestes schon mit seinem Saxophonspiel. Und das ist wahrlich brillant. Im Zusammenklang mit Keyboard und Gesang – unschlagbar. Wobei das Trio Reifegerste, Kucera und Strnad genau weiß, wann weniger mehr ist und umgekehrt.

Dame in Schwarz

Natürlich ist die Dame in Schwarz – übrigens passten die Schuhe bestens zur Haarfarbe – der Blickfang. Unglaublich – wie schnell sie in verschiedene Rollen schlüpft und dabei doch sich selbst und dem Blues treu bleibt. Gerade eben richtete sie sich noch ans Publikum und schwupp – schon hat sie sich verwandelt in eine singend Queen, „God bless the child“ von Billie Holiday auf den Lippen. Dabei wippt sie mit dem gesamten Körper, verbiegt sich, lebt den Rhythmus aus. Es macht Spaß, ihr zuzuschauen. Sie hat Wumms in der Stimme, Musik im Blut.

Bei „Georgia on my Mind“ konnte man den Blues mit all seiner Sehsucht und Schönheit förmlich spüren. Dazu Kucera als Meister am Saxophon. Er bekommt spontan Szenenapplaus und zieht seinen Hut. Das Trio harmoniert. Irgendwann ist es auf einem alten Bahnhof angekommen. Mit schummriger Stimmung und jemanden mit zwei Koffern, der auf jemanden wartet, der nicht mehr kommt. Und trotzdem sollte man träumen . „Dreaming is good“. Man möchte seufzen. Damit das nicht geschieht, folgt ein Experiment. „Sie werden es lieben“, weiß Simone Reifegerste und fordert zum Mitsingen auf. Die Zeile „One monkey don’t stop the show“ (Ein Affe hält den Zirkus nicht auf) wird von mal zu mal besser. Das Publikum mutiert zum Backgroundchor. „Singen ist gut fürs Immunsystem“ – alles klar. Das Beste aber kommt erst noch. Simone Reifegerste schlüpft in die Rolle der Marilyn. „Sie war so jung, so schön, so erfolgreich – alle liebten sie.“ Was danach kommt, zeigt Reifegerste als Energiebündel par excellence. Sie muss nicht einmal singen, um die Monroe zu sein – Lippenbewegungen und Laute genügen. Kommentar Joe Kucera: „Das ist nicht nur Musik, das ist auch Performance“. Damit ist alles gesagt. Das Publikum ist begeistert. Noch schnell ein Billy Holiday Blues und die Stunde geht zu Ende. Zugaben natürlich und fröhliche Gesichter rundum. „Uns hat’s Sp aß gemacht – wir kommen gerne wieder“, ist von den Akteuren zu hören. Das Publikum applaudiert und ist glücklich. Das Konzept des Frühlings – oder Sommerfestes des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde passt und hat seit mehr als zehn Jahren Tradition. Sämtliche Regeln wurden eingehalten. Man traf sich schon in den Nachmittagsstunden zum Plaudern. Der Zuspruch war bestens. Ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt im Verein.

Sonntag 12.Juli 2020 um 17 Uhr – Konzert im Rahmen des Thüringer Orgelsommers

Juli 4th, 2020

Presse zu „Peter und der Wolf“

Juli 4th, 2020

Presse zu „Deutsch-deutsche Lieder“

Juli 4th, 2020

„Peter und der Wolf“

Juni 13th, 2020

Sonntag, 28. Juni 15.30 „open air“ auf Todenwarth: Musikmärchen für Kinder von Sergei Prokofjew

„Seit 20 Jahren und über 600 Vorstellungen tanzt Wilfried Reach den Wolf. Schräg, energetisch und bezaubernd- poetisch erweckt er den Puppentheater- klassiker zum Leben und erntet nicht nur von den kleinen Zuschauern manch entzückt-gruseligen Aufschrei.“ (THEATER DER JUNGEN WELT, Leipzig)

Wilfried Reach

„Wilfried Reach ackert und wirbelt, gibt für sein Publikum alles. Einen besseren Vermittler seines Werkes wird der ‚gute Sergej‘ wohl lange suchen müssen!“ (LVZ – Leipziger Volkszeitung)

„Peter und der Wolf“ ist mit dieser Leipziger Inszenierung ein großer Spaß für Kinder ab 5 Jahren bis zur 4. Klasse, natürlich auch für Eltern und Großeltern. Das Spiel dauert ca. bis 16.30 (60min).

Platz ist genug im Garten der Todenwarth, Corona- bedingte Abstände können eingehalten werden. Kindern ab 7 Jahren sowie begleitenden Erwachsenen wird zumindest bei Ein- und Ausgang Mund- Nasenschutz nahe gelegt. Dabei kann man ruhig auch kreativ sein.

Wir bitten um Anmeldung bis 20. Juni:
per E Mail j.halbig@todenwarth.de oder
Telefon 036848 – 31401 (der Anrufbeantworter ist immer eingeschaltet)           
Unkostenbeitrag: Kinder 3€, Begleiter*innen 5€.

Wir freuen uns auf Euren Besuch! Familie Halbig & Freundeskreis Todenwarth    

„Richtig schön warst nur mit dir“

Juni 13th, 2020

Sonntag, 21. Juni 16.00 „OPEN AIR“ auf Todenwarth:

Bettina Riebesel und Jörg Dathe präsentieren Deutsch – Deutsche Lieblingslieder

Vor circa 5 Jahren sind Bettina Riebesel und Jörg Dathe zum ersten Mal mit ihrem Programm „Als ich ein Kind noch war …“, Schlager, Lieder, Balladen, Chansons und autobiografisches aus ihrer Kindheit und Jugend in der DDR aufgetreten, im Juli 2015 auch auf Todenwarth. Das Programm wurde erfolgreich zwei Jahre lang im Spielplan des Konstanzer Theaters und später dann noch einmal zwei Jahre im Spielplan des „Hans Otto Theater“ Potsdam aufgeführt. Dort waren und sind sie die letzten vier Jahre als Schauspieler engagiert. 

Bettina Riebesel und Jörg Dathe

Nach dem 30. Jahrestag des Mauerfalls gibt es nun eine Fortsetzung: neben Liedern aus der DDR sind nun Lieder aus dem „anderen“ Teil Deutschlands hinzugekommen, das Programm heißt nun: „Richtig schön warst nur mit dir!“ – Deutsch / Deutsche Lieblingslieder.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Familie Halbig & Freundeskreis Todenwarth

Ein Fenster mit tiefer Symbolik

Juni 13th, 2020

Südthüringer Zeitung, 13.6.2020 von Annett Recknagel

Für Jochen Halbig ging ein ganz besonderer Wunsch in Erfüllung: An der Südseite von Schloss Todenwarth ist ein Emaillebild des Künstlers Moritz Götze aus Halle zu sehen.

Das Motiv erinnert an den guten Hirten – und soll dem Schlossherrn der Todenwarth ähneln. Foto: J. Halbig   

Fambach – Ein Kunstwerk, sechs Schrauben und zweimal Moritz. Der eine ist Zahnarzt in Nürnberg und Sohn von Jochen Halbig, der andere ein weltweit anerkannter Künstler, der seine Werke unter anderem schon in Indien, Ungarn und Amerika ausstellte. Übrigens trägt Moritz Halbig den Namen Moritz, weil die Familien eine jahrelange Freundschaft verbindet. „Antje hat dich damals im Kinderwagen durch Halle geschoben“, erinnert sich Jochen Halbig und bringt Moritz Götze zum Schmunzeln. Die beiden Männer mit dem gleichen Vornamen verstehen sich bestens und waren jetzt auf Schloss Todenwarth zu Gast.

Der Grund: Jochen Halbig sollte endlich sein Geburtstagsgeschenk bekommen. Ende Oktober hatte er seinen 80. gefeiert. Sohn Moritz suchte ein passendes Geschenk. Der Vater durfte Vorschläge machen. Sofort fielen ihm die Blindfenster am Schloss ein. Eine Funktion haben sie nicht – die klare architektonische Baulinie brachte sie hervor. Insgesamt ist das Schloss Todenwarth mit sechs Blindfenstern versehen. Seitdem Jochen Halbig hier wohnt, ist es sein Wunsch, die Fenster nach und nach von Künstlern aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis gestalten zu lassen.

Die beiden Fenster an der Straßenseite sind fertig. Ein Blindfenster auf der gegenüberliegenden Seite gestaltete Halbig mit Hilfe seiner Familie selbst. Bleiben drei übrig. Das auf der Südseite ist nun mit einer Emaillearbeit von Moritz Götze versehen, dem Geburtstagsgeschenk für Jochen Halbig. Das wurde bis dato streng geheim gehalten. Jochen Halbig kannte einzig die beiden Motive und durfte sich für eines entscheiden. Den Bärtigen mit Blumenvase wählte er ab. Interessanter fand er den jungen Mann mit Schaf und Kammgarnspinnerei im Hintergrund. „Allein wegen der Symbolik“, erklärt der 80-Jährige.

Moritz und Moritz akzeptierten dies und trafen die Vorbereitungen. Das Blindfenster musste heimlich ausgemessen werden. „Während Jochen einkaufen war“, erinnert sich Antje Halbig. Und weil das eben ruckzuck erfolgte, hatte man nun beim Anbringen ein kleines Problem. Mit Beitel und Holzhammer war das aber schnell behoben. Sechs Schrauben halten das Kunstwerk im Mauerwerk. „Am Ufer“ lautet sein Titel. Jochen Halbig war sehr dankbar. „Ich hatte das Bild vorher noch nicht gesehen“, sagt er. Umso größer war die Überraschung.

Jochen Halbig (links) ist mit seinem nachträglichen Geburtstagsgeschenk sichtlich zufrieden Foto: A. Recknagel

Moritz Götze holte das Bild aus dem Auto und platzierte es zunächst im Garten, damit es von Jochen Halbig in aller Ruhe bestaunt werden konnte. Zuerst fiel ihm das Wappen auf dem Pullover des doch etwas älteren Herren im Zentrum des Bildes auf. „Wir haben uns gegen den jungen Mann entschieden, schließlich muss man Papa wiedererkennen“, erklärt Moritz Halbig. Das Motiv erinnert an den guten Hirten. Auch die Werra fehlt nicht. Vorlage lieferte das Bild, das Jochen Halbig aus dem ehemaligen Festsaal des Verwaltungsgebäudes der Kammgarnspinnerei rettete und das jetzt bei ihm im Veranstaltungsraum an einer Wand zu sehen ist.

Moritz Götze (links) hat das Emaljebild farblich passend zur Südseite des Schlosses gestaltet. Halbig Sohn Moritz half beim Anbringen. Foto: A. Recknagel

Ende März war die Emaillearbeit von Moritz Götze fertig. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Coronabeschränkungen verschärft wurden. Nachdem jetzt Lockerungen in Kraft getreten sind, war es höchste Zeit, das Kunstwerk an der Schlossfassade anzubringen und ein Blindfenster zu schließen. Das Bild ist in mehreren Arbeitsschritten entstanden und insgesamt achtmal gebrannt . „Es ist krisenresistent und hält garantiert 100 Jahre“, erläutert der Künstler. Von der Bundesstraße 19 aus wird es zu sehen sein. „Es ist farblich perfekt“, urteilte Herbert Frübing, der sich das Anbringen nicht entgehen ließ.

Moritz Götze ist 1964 in Halle geboren und wird bei Wikipedia als zeitgenössischer deutscher Maler, Grafiker, Emaille- und Objektkünstler beschrieben. Anfang der 1990er-Jahre erhielt er einen Lehrauftrag für Serigrafie an der Hochschule Burg Giebichenstein, Halle und 1994 eine Gastprofessur in Paris. Sehr schnell etablierte sich Moritz Götze nach der Wiedervereinigung in die deutsche und internationale Kunstszene. Auch in Schmalkalden stellte er einige seiner Bilder schon aus.

Jochen Halbig will auf Schloss Todenwarth nach einigen Ausfällen durch Corona wieder mit Veranstaltungen beginnen. Für den 21. Juni ist ein Open-Air-Konzert mit deutschen Liedern und Chansons von Bettina Riebesel und Jörg Dathe geplant. Vier Wochen später gastiert ein Puppenspieler auf Schloss Todenwarth. Auch das wird eine Open-Air-Veranstaltung sein. Und im Rahmen des Orgelsommers ist Mitte Juli ein Konzert im Garten von Schloss Todenwarth geplant.

Kein Frühlingsfest am 9.Mai!

Mai 8th, 2020

Leider kann das Frühlingsfest des hessischen Geschichtsvereins zusammen  mit dem Freundeskreis Todenwarth nach Rücksprache mit dem Landratsamt auf Grund der Corona- Pandämie nicht zum geplanten Termin am 9. Mai stattfinden. Ob wir es in diesem Jahr ausfallen lassen müssen, oder doch noch in ein paar Wochen auf der Todenwarth zum Konzert, Gespräch , Kaffeee und Kuchen zusammen kommen können, entscheiden der Fortgang bzw. Rückgang der Erkrankungs- und Letalitätsrate und die damit möglich werdenden Beschränkungsaufhebungen.

Herzliche Grüße von der Todenwarth – bleibt gesund!

Jochen Halbig

Vom Scharfrichter zum Arzt – vier Generationen Henker, Heiler, Menschen

Februar 27th, 2020

Mittwoch, 4. März, 19:00 Uhr: Vortrag von Dr. Kai Lehmann auf der Todenwarth

In der Schmalkalder Totenhofkirche befindet sich ein großes und kunstvoll gestaltetes Grabdenkmal für Hieronymus Wahl. Solche Epitaphe kosteten der hinterbliebenen Familie sehr viel Geld und bezeugen den Wohlstand und das Ansehen des Verstorbenen. Hieronymus Wahl aber war von 1657 bis 1681 Scharfrichter in Schmalkalden. Wie geht das zusammen? Hieronymus war der Sohn von Otto Heinrich Wahl, „dem“ Scharfrichter in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts schlechthin. Der Mann folterte und brachte z. B. hunderte von Hexen auf den Scheiterhaufen. Er war so gefragt, dass man ihn aus Weimar, Jena, Bamberg oder Würzburg anforderte. Eine der Töchter von Hieronymus Wahl heiratete Johann Jeremias Glaser, Scharfrichter in Meiningen und Wasungen. Glaser hielt in einem Rechnungsbuch sein Erwachsenen-Leben in Zahlen fest. Auf 350 Seiten findet sich jede Einnahme und Ausgabe die Glaser tätigte. Dieses Buch erlaubt einen Blick hinter die Maske des Scharfrichters auf den Menschen dahinter. Glasers jüngster Sohn wiederum studierte und wurde Stadtarzt in Suhl.

Diese vier Generationen sollen im Vortrag von Dr. Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg, beleuchtet werden, wobei der Schwerpunkt aber auf dem Meininger/Wasunger Scharfrichter Johann Jeremias Glaser liegt. Durch dessen Rechnungsbuch kann sein Leben bis ins kleinste Detail nachvollzogen werden: angefangen davon, was es bei den Taufen seiner Kinder zu Essen und zu Trinken gab, über seinen Besitz in Wasungen (Wo wohnte er, besaß er noch andere Häuser und Gärten, wie sah die Inneneinrichtung seines Wohnhauses in Wasungen aus?) bis hin zu Glasers Beerdigung.Darüber hinaus geht der Referent auch Fragen nach, was überhaupt ein Scharfrichter ist, warum der Beruf als unehrenhaft galt, welche Todesstrafen es gab oder wie die Folter ablief. Aber es soll nicht um den Gruselfaktor gehen, sondern vielmehr darum, wie lebte ein vermeintlich brutaler und ungebildeter Mensch im ausgehenden 17. Jahrhundert. Waren Scharfrichter tatsächlich tumbe und unkultivierte Männer oder waren sie vielmehr ganz normale Menschen, denen aufgrund des Standes in den sie hineingeboren wurden, gar nichts anderes übrig blieb, als Scharfrichter zu werden?

Der Heidelberger Scharfrichter Franz Wilhelm Widmann bei der Ausübung seines Amtes, kolorierter Kupferstich 1820