Todenwarth Spätsommer 2016

Oktober 15th, 2016

Kontakt:

Familie Dres. Halbig –  Todenwarth 1 – 98597 Fambach

Tel.: 036848-31401      j.halbig@todenwarth.de

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Frühlingsfest

April 29th, 2017

Frühlingsfest des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde 1834 e.V., Zweigverein Schmalkalden,

am Samstag, 6. Mai ab 15 Uhr auf Todenwarth

 

Es ist schon Tradition geworden, ein Frühlingsfest auf Todenwarth am ersten Samstag im Mai zu feiern. Gäste sind herzlich willkommen, den Nachmittag des 6. Mai auf Todenwarth zu verbringen – bei hoffentlich sonnigem Wetter, bei guten Gesprächen, Kaffee und Kuchen…

 

Höhepunkt in diesem Jahr (ab 17 Uhr):

 

Melvin Touché & The Tom-Toms – Transatlantische Roots-Combo

 

„Melvin Touché & The Tom-Toms“ ist das neue American Folk-Trio des sehr erfahrenen und wohl politischsten Singer/Songwriter der „Hagelberger“ bzw. „Band of Brothers“ Robert Williams (Voc., Git.) bis zu seiner Pensionierung im vergangenen Jahr Sprachprofessor an der Amerikanischen Universität in Kairo / Ägypten, und die beiden musikalischen Berliner Urgesteine Ralf „Trotter“ Schmidt (B., Harm.) und Tommy Goldschmidt (Perc.). Mit Roberts unverkennbarer, markanter Stimme im Mittelpunkt und mit Hilfe der gemeinsam erarbeiteten akustischen Arrangements und dem teilweise mehrstimmigen Gesang entsteht bei ihren Konzerten eine angenehm intime Atmosphäre und sorgt für einen intensiven emotionalen Dialog mit dem Publikum.

Beitrag von Ulricke Bischoff in der Südthüringer Zeitung, 22.4.2017

April 29th, 2017

Schmalkalden

„Es musste die Todenwarth sein“

Kaum hatte Jochen Halbig die Todenwarth gesehen, war es um ihn geschehen. Die Gene begannen zu spinnen. Mittlerweile ist er mit seiner Frau Antje seit 20 Jahren Eigentümer, Sanierer und Bewohner des Schlösschens oberhalb der Zwick.

Seit 2012 leben Antje und Jochen Halbig durchgehend auf der Todenwarth. Sie laden regelmäßig zu Konzerten und Lesungen ein, etwa am 6. Mai wieder zum Frühlingsfest des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. Auch zum T
ag des offenen Denkmals öffnen sie die Türen der Warthe. Am Haus steht die Jahreszahl 1768. In seiner jetzigen Form dürfte es somit 249 Jahre alt sein, der Kern ist wesentlich älter.

Fambach/Todenwarth – Es ist das Mädchen im blauen Kleid. Rechts neben ihren Eltern stehend, schaut es auf dem etwa 150 Jahre alten Familienportrait als eines von vier Kindern dem Maler in die Augen. Camilla Wolff von Todenwarth, geboren 1847, sollte später dafür sorgen, dass sich die Todenwarth’sche Linie mit denen der Halbigs kreuzte. Das Mädchen von der Warthe heiratete den Bad Salzunger Max Halbig und zog zu ihm. Das Familienanwesen oberhalb der Zwick mit dem barocken Schlösschen übernahm ihre jüngste Schwester, Olga Freifrau Wolff von Todenwarth. Sie ließ aus der einstigen Kemenate nebenan, die zwischendurch 300 Jahre lang als Scheune diente, ein zweites Herrenhaus bauen. Die Leute nannten es „Scheunenschloss“.

Etwa 80 Jahre später schlich sich der Zahnarzt Jochen Halbig erstmals auf das Gelände. Er hatte von der Todenwarth als einstigem Familienbesitz gehört, sie aber noch nie gesehen. Das alte Schlösschen war heruntergekommen, der Balkon abgetragen. Wechselnde Besitzer hatten ihre Spuren hinterlassen. Jochen Halbig verschwand im leer stehenden Haus, seine Frau Antje, Tochter Josefine und Sohn Moritz warteten draußen. Die Kinder gruselten sich.

Als sie im Herbst darauf Urlaub in Oberschönau machten, wollte Jochen Halbig wieder nach Fambach. Er habe sich auf der Warthe sofort zu Hause gefühlt, beschreibt der heute 77-Jährige eine Faszination, die „man eigentlich nicht erklären kann“. Es seien wohl die Gene gewesen, die ihn zur Warthe zogen, „sie haben gesponnen“.

Zunächst sollten jedoch politische Umbrüche den Lebensweg der Halbigs mitbestimmen. Kurz vor dem Fall der Mauer gab die DDR-Führung dem Ausreiseantrag der Familie nach, sie zog im Oktober 1989 von Halle nach Nürnberg. Einige historische Unterlagen über die Todenwarth hatte der Vater in Büchern versteckt. In Nürnberg eröffnete er eine Zahnarztpraxis, Kinderchirurgin Antje arbeitete in der Forschung. Sie richteten sich eine Mietwohnung ein.
1996 erfuhren Antje und Jochen Halbig, dass die Todenwarth seit drei Jahren zum Verkauf steht. Schon vorher war der Wille von Jochen Halbig, „etwas Altes zu haben“, stärker geworden. Die Familie schaute sich auch das Schloss in Roßdorf/Rhön an, doch es sollte nicht irgendein Haus sein. „Es musste die Todenwarth sein.“ Der Eigentümer wollte 650 000 Mark für das barocke Schlösschen. Sie konnten ihn auf eine halbe Million herunterhandeln. Im Herbst unterschrieben sie, im April 1997 standen Halbigs im Grundbuch. „Von da an gab es keinen Urlaub mehr.“

Er war entschlossen. Sie innerlich eher schwankend. Ihr gefiel es in Nürnberg, sie mag die Großstadt – doch der gemeinsame Weg führte nach Fambach. Jahrelang verbrachten sie bald jedes Wochenende, die Brückentage, die Urlaubszeit auf der Todenwarth. Den Garten dominierten anfangs Brennnesseln und Giersch, ein Neffe nannte das Haus „Ruine“. Wasser kam zunächst nur aus einem Kellerschlauch, die Toilette stand draußen, ausgekehlte Treppenstufen verlangten Balancier-Künste. Decken kamen zum Teil herunter, die Tochter mochte die vielen Spinnen nicht. Es dauerte Monate, bis sie zum ersten Mal im Schloss übernachten konnten. Halbigs sahen die positiven Seiten. Sie hatten keinen Schwamm im Mauerwerk, keine Nässe im Haus und es war nicht einsturzgefährdet.

Den 60. Geburtstag von Jochen Halbig im Oktober 1999 feierten sie im Saal im Erdgeschoss, „es war aber immer noch eine Baustelle“. Die Gäste quartierten sich lieber in umliegenden Gasthöfen ein.

„Irgendwie wird es schon gehen“ war ein Satz, der die Familie begleitete. Finanziell half Antjes Vater, bei den Bauarbeiten war Steinmetz Joachim Fuckel aus Breitungen ein wichtiger Partner und „idealer Fachmann“, der über Jahre hinweg präsent war. Auch Halbigs selbst packten an. Sie schliffen Bodendielen ab und ersetzten Geländer, bearbeiteten und montierten Schlösser. Sie sammelten Material aus anderen alten Häusern. Gebrauchte fränkische Ziegel und mancher Sandstein kamen im Kofferraum auf die Todenwarth. Puzzleteile, die ihre eigene Geschichte mitbrachten. Fast an jeder Tür gibt es eine zu erzählen.

In der Küche im Erdgeschoss liegen noch „die Fliesen von Olga“. Im Hausflur mussten die Spuren der Freifrau weichen. Der Hausherr fand darunter, durch eine Kieselschicht geschützt, mittelalterliche Sandsteinquader. „Da sind schon die Kroaten drauf gelaufen“, sagt er, ein bisschen verschmitzt, und doch ganz ernst. Was sind dagegen schon hausfrauenfreundliche Fliesen?

Zwei Gewölbekeller liegen unter dem Schloss, der ältere dürfte gut 750 Jahre auf dem Buckel haben, schätzt Jochen Halbig. Blindfenster, auf die Fassade gemalt, erinnern an das Verlangen des Barock nach Symmetrie. 42 echte Fenster sind es heute, sie erhellen die 200 Quadratmeter pro Etage und wollten vor Ostern geputzt sein.

Viel Zeit, Energie und Geld stecken Antje und Jochen Halbig in die selbst gewählte Aufgabe Todenwarth. „Wir fliegen eben nicht in die Karibik“, sagt Jochen Halbig. Er selbst müsse nicht reisen. „Ich reise in die Geschichte.“ Das betrifft nicht nur die der Wölffe von und zur Todenwarth, deren privates Familienarchiv, einschließlich eines Tafelklaviers, in der Warthe beheimatet ist. Halbigs Geschichtsreisen führen ihn auch in die beiden Schmalkalder Geschichtsvereine, sein Interesse an historischen Bauten in den Denkmalbeirat. Den Abriss der Kammgarnspinnerei an der Zwick mit Sprengung des Behlert- Baus im Jahr 2009, von Jochen Halbig massiv bekämpft, hat er nie verwunden.

„Nicht jetzt“, empfiehlt Antje Halbig lächelnd, als ihr Mann das Kammgarn-Drama zum Thema machen möchte. Ein Rundgang durch das Haus führt stattdessen auch zu jenem Familienportrait mit dem Mädchen im blauen Kleid. Irgendwie muss diese Camilla Wolff von Todenwarth so etwas wie Heimatliebe vererbt haben. Bei Jochen Halbig kam sie an. „Ich bin hier zu Hause“, sagt er, und hofft, dies noch lange genießen zu können. Dann möchte er „hier sterben und begraben sein“.

1. Jahrebrief 2017

April 21st, 2017

auf Todenwarth am 1. April 2017, nach dem Abendregen

Liebe Freunde der Todenwarth,

 

man könnte meinen, der Verein ist entschlafen. Noch keine Nachricht in diesem Jahr, zu Beginn des 4. Monats! Man könnte es Winterschlaf nennen der Einfachheit halber. Doch es gibt eher zu viel zu tun – Denkmalbeirat und diverse „Einmischungen“ in Probleme des Denkmalerhalts (ich kann´s nicht lassen), Frühjahrsputz im Park und Mauersanierung- sowie andere Handwerksarbeiten, Hessischer GV und diverse sonstige Vereine beanspruchten Zeit.

Die Jahresversammlung am 28. Dezember 2016 verlief wie gewohnt mit einem Querschnitt durchs vergangene Jahr in Bild und Ton, die finanzielle Jahresabrechnung war so stimmig wie all die Jahre zuvor, der Ausklang mit guter Bewirtung in gemütlicher Runde. Erste Veranstaltung in diesem Jahr wird wieder einmal das Frühlingsfest zusammen mit der Schmalkalder Sektion des Hessischen Geschichtsvereins sein, am Samstag, den 6. Mai. Auf die Musik dazu (Konzert ab 17.00) bin ich gespannt: „Melvin Touché & The Tom-Toms“, ein American Folk-Trio mit Robert Williams, bis zu seiner Pensionierung 2016 Sprachforscher an der Amerikanischen Universität in Kairo. Weiteres – Beteiligung am Thüringer Gartentag am 11. Juni (gut besucht im Vorjahr!), Jakobuswanderung im Rahmen der Festveranstaltungen 400 Jahre nach Ausbau der Fambacher Kirche zu ihrer heutigen Gestalt. Am 29. Juli ist zum 3. Mal im Rahmen des Orgelsommers ein open- air- Konzert auf der Warthe, und im August sind wir unter anderem auch wieder Gastgeber für das Bildhauersymposium im Breitunger Schlossgelände. Eine Tagung zu den regionalen Altstrassen in Schloss Wilhelmsburg wird am 2. September auf Todenwarth beschlossen und eine Woche danach ist dann schon der Tag des offenen Denkmals. Zu allen Veranstaltungen auf Todenwarth sind natürlich diverse Vorarbeiten nötig, Hilfe auch an den Veranstaltungstagen selbst. Da hoffe ich auf Unterstützung.

Im Oktober möchte ich mit der Aufarbeitung des Lebens von Max Halbig so weit sein, dass ich dann zu einem kleinen Vortrag über meinen Salzunger Großvater Max einladen kann, – Zeichner, Katasterrat, Denkmalbauer sowie Ansprechpartner und Vertrauter der Geschwister seiner Frau Camilla Wolff von Todenwarth.

Pauls Tafelklavier ist funktionstüchtig, steht seit ein paar Tagen auch wieder sicher auf allen vier Beinen. Eine Drechslerei in Asbach konnte den Holzgewindestab drechseln, um das defekte Bein wieder solide einzuschrauben. Wenn es nur beim Menschen auch so einfach ginge! Was nun fehlt- ein „Einweihungs- Konzert“. ich hoffe, ich kann den jungen tüchtigen Restaurator dazu überreden, der auf dem Feature über Paul W.v.T. gegen Ende zu hören war. Vielleicht zusammen mit seiner Mutter, einer exzellenten Cellistin, auf der Warthe vor ein paar Jahren schon einmal zu hören beim Paul- Celan- Programm.

Zum Baugeschehen: Es gibt Probleme mit der Mauer auf der Hangseite – im Nachbarbereich zunehmende Neigung auf 23 m. Länge durch hohe Druckbelastung auf der Innenseite (Auto- Service), in absehbarer Zeit droht unter Umständen Einsturz. Ich hoffe auf Lösungswillen auf Seiten des Verursachers. In der kleinen Orangerie gibt es noch Restarbeiten, wenn die Kübelpflanzen im Freien sind (Lehmfeinputz, Anstrich, später Treppe zum Boden). Beim Treppengeländer des Turmhauses bekam ich entscheidende Hilfe durch Axel Möller, seit einem Jahr im Verein.

 

Seit 2014 gab es keine Vereinsexkursion. Das hatte nicht zuletzt gesundheitliche Gründe. Wien war schon lange im Gespräch. Doch das ist natürlich aus der Vereinskasse nicht zu stemmen, nur bei deutlicher Selbstbeteiligung. Essen, die Region von Antonius, oder Görlitz wären Möglichkeiten. Ich bitte um Meinungsäußerungen!

 

Über Anregungen und Angebote zur Hilfe bei Veranstaltungen freue ich mich.

Doch zunächst – heute ist Gründonnerstag, Ostern steht vor der Tür –

Besinnliche Feiertage und alle guten Wünsche für die nächste Zeit!

Mit herzlichem Gruß – Jochen Halbig

 

Lebensspuren eines Todenwarth um 1800, Sonnabend, 29. Oktober 19 Uhr

Oktober 23rd, 2016

Eine Veranstaltung des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Schmalkalden und des Freundeskreis Todenwarth

 

Herzliche Einladung auf die Todenwarth am Sonnabend den 29. Oktober  um 19 Uhr:

Vortrag zu Lebensspuren eines Todenwarth um 1800

Weimar vor 200 Jahren

Weimar vor 200 Jahren

 

Christoph Gottfried Carl Wolff von Todenwarth und seine Familie – Page am Weimarer Hof unter Herzog Carl August von Sachsen – Weimar – Eisenach – langjähriger Oberaufseher der Eisenacher Zeichenschule

 

Jochen Halbig

MDR KULTUR – Feature: Der verwegene Baron – Mi 12.10. 22:00Uhr

Oktober 15th, 2016

„Der verwegene Baron „Paul Berlin ca.Jan.15..
Flucht aus Sibirien und Dschihad für den Kaiser

Von Lorenz Schröter; Nikolai von Koslowski
(Ursendung)

Paul Freiherr Wolff von Todenwarth (1876-1965) entstammt einem Adelsgeschlecht aus Thüringen und wurde auf einer Burg an der Werra bei Schmalkalden geboren. Er floh im Ersten Weltkrieg aus einem sibirischen Gefangenenlager, schlug sich als Kosake verkleidet bis Peking durch und reiste mit der Transsibirischen Eisenbahn, vorbei am Gefangenenlager, zurück ins Deutsche Reich. Das Kriegsministerium schickte ihn als Geheimagent nach Libyen, um die Araber zum Dschihad gegen die italienische Kolonialmacht aufzuwiegeln. Der Baron versuchte in Libyen eine Funkstation aufzubauen und versprach der strenggläubigen Senussi-Brüderschaft Waffen. Er wurde gefangen genommen und nach dem Ende des Ersten Weltkrieges freigelassen. Ein arabischer Fürst gab ihm ein Reitkamel als Dankesgabe für den deutschen Kaiser mit. Da es nicht in das U-Boot passte, wurde es ins Meer getrieben, ein U-Boot fuhr unter das Tier und schipperte es im Schneckentempo nach Italien, wo das Tier in einen Zoo kam.
Nach dem Ersten Weltkrieg heiratete der Baron. Sein Sohn, den er zum Heldentum anspornte fiel im Zweiten Weltkrieg.

 

Seine letzten Jahre verbrachte Paul Freiherr Wolff von Todenwarth als Bauer in Altötting. Jahrzehnte später begeben sich sein Großneffe Nikolai von Koslowski und Lorenz Schröter auf Spurensuche, reden mit Zeitzeugen und Verwandten und entdecken dabei ein lang gehütetes Familiengeheimnis.

Nikolai von Koslowski, begann als Reporter beim Zündfunk im Bayerischen Rundfunk und arbeitet heute als freier Autor und Regisseur für verschiedene ARD Feature- und Hörspielabteilungen. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen; zuletzt den Deutschen Hörbuchpreis 2014 für „Fallbeil für Gänseblümchen“ und den Robert Geisendörfer Preis 2014 für das „Hacker-Syndrom“. Verschiedene Lehrtätigkeiten und Coach der EBU Master-School.

Der Schriftsteller Lorenz Schröter besuchte die Walddorfschule in München und wurde Anfang der 1980er-Jahre als Punk-Musiker bekannt. Er studierte Kommunikationswissenschaft in München, startete eine Journalistenlaufbahn und schrieb unter anderem für die Magazine Elaste und Tempo. Im Zündfunk auf Radio Bayern 2 machte er seine ersten Hörfunkerfahrungen. Lorenz Schröter reiste mit dem Fahrrad um die Welt und 1998 mit einem Esel quer durch Deutschland.

Regie: Nikolai von Koslowski
Produktion: MDR/BR/WDR 2016             (59 Min.)

http://www.mdr.de/kultur/empfehlungen/feature-der-verwegene-baron100.html

Anschrift MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hauptredaktion Kultur – Postfach 10 01 22

06140 Halle/Saale

MDR-Telefonzentrale: 0341-3000

Eindrücke vom Denkmaltag 2016

Oktober 15th, 2016

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Fränkische Orgel trifft russische Blechbläser

Juli 27th, 2016

Eine einmalige Kombination von Instrumenten erlebte das Publikum beim Orgelsommer am Schloss Todenwarth: Neben dem Blechbläser-Quartett sorgte eine Open-Air-Konzert- Orgel für Hörvergnügen.

Von Tino Hencl

Todenwarth – Petrus muss ein Freund von Orgelmusik sein – ein Indiz dafür gab es jedenfalls am Samstagnachmittag im Park von Schloss Todenwarth bei Fambach: Der 25. Thüringer Orgelsommer machte dort mit einem Freiluftkonzert Station. Rechtzeitig vor Konzertbeginn ließ der morgendliche Starkregen nach, um letztlich der Sonne und blauem Himmel Platz zu machen.

Grund genug zur Freude beim Schlossherrn Jochen Halbig und natürlich bei Theophil Heinke, der als Kantor, Organist und Mitorganisator der Konzertreihe noch Zeit fand, sein Instrument zu stimmen. Das erwies sich als nicht alltäglich: Zu spielen war diesmal auf einer nahezu einmaligen großen Open-Air-Orgel, welche die Orgelbaufirma Hoffmann und Schindler im unterfränkischen Ostheim entwickelt und auf einem Lkw installiert hatte. Das Hörerlebnis war beeindruckend, wenngleich die Akustik wegen fehlender Räume vom gewohnten Klangbild abwich. Dafür konnten die 80 Zuhörer beim Spiel den Blick auf die Natur, dazu das Rauschen des Windes und Zwitschern der Vögel genießen.

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Mit besonderen Fähigkeiten gesegnet zeichnete sich das Heinke zur Seite stehende Blechbläser-Quartett „Neva Brass“ aus. Die vier Vollblutmusiker aus dem russischen Sankt Petersburg verstanden es vom ersten Moment an, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Egal ob es sich um für Oper oder Ballett, für Streicher oder Piano komponierte Stücke handelte – Dimitry Smirnov, Sergey Bayev, Viacheslaf Minnikov und Andrey Bykow schafften es, mit Tuba, Flügelhorn sowie Piccolo- und anderen Trompeten faszinierende Arrangements darzubieten. Zu hören waren so bekannte Stücke wie der „Canon in D-Dur“ von Johann Pachelbel, der „Einzug der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Salomon“ von Georg Friedrich Händel oder „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Da übernahm die S-Moll-Trompete den Part der 1. Geige, die B-Trompete den Part der 2. Geige und so weiter und so fort. „Schön, schnell und sauber“ kommentierte dazu Viacheslav Minnikow, der zugleich als Moderator fungierte. 15 Jahre studiere man in Russland bis zum wirklich professionellen Bläser, ließ Minnikov wissen – angesichts der perfekt gelungenen Adaptionen stellte das Publikum diese Aussage nicht in Frage.

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Theophil Heinke als begnadeter Organist stellte an der „Königin der Instrumente“ sein Können ein weiters Mal unter Beweis. So war das „Praeludium G-Dur“ von Johann Sebastian Bach ebenso im Park von Schloss Todenwarth zu hören wie Vincenzo Bellinis „Sonata per Organo“ oder auch John Arthur Meales „A Summer Idyll“. Werke von Max Reger – Toccata in D-Moll und Fuge in D-Dur – fehlten nicht: Der Orgelsommer gedenkt dem 100. Todestag des Komponisten in diesem Jahr.

„Kein Konzert ohne Zugabe“, meinte Minnikov nach langanhaltendem Applaus der Zuhörer. Und nicht nur Klassik hatte das Quartett im Repertoire. George Bizets „Habanera“ etwa war vielen Gästen als Arie aus dem Musical „Carmen“ in guter Erinnerung. Sergey Bayev spielte dabei nicht nur Trompete, sondern steuerte mit einer Hand mittels Kastagnette die passende Schlagzeug-Begleitung bei. Irwing Berlins Jazz-Ohrwurm „Puttin‘ on the Ritz“ stammt von 1929 – Andrey Bykow ließ sich sogar zum Tänzchen während der Aufführung hinreißen – mitsamt seiner acht Kilogramm schweren Tuba, versteht sich.

Kurzum: Ein gelungenes Konzert der Extraklasse unter freiem Himmel, welches allen, die dabei waren, lange in Erinnerung bleiben wird. 

2. Jahresbrief 2016

Juli 26th, 2016

Liebe Freunde der Todenwarth,

täglich schau ich im Internet nach dem voraussichtlichen Wetter am 23. Juli. Nach heutigem Stand gibt’s „leichten Regen“. Das passte gar nicht zum Open- air- Konzert bei uns im Rahmen des Thüringer Orgelsommers. Doch es sind noch 6 Tage bis dahin, alles kann sich noch ändern, also die Hoffnung nicht aufgeben. Letztes Jahr begann es zu regnen, als das die Musik verklungen und die beiden Kleinorgeln im Transporter verstaut sowie die 90 Besucher im Trockenen waren.

Ich lade hiermit noch einmal herzlich zum Konzert am nächsten Sonnabend 16.00 ein (Neva- Brass- Ensemble aus St. Petersburg und Großorgel, montiert auf einen Lastwagen) – zur Sicherheit Regenschirm mitbringen! Leichtsinnigerweise hatte ich dem Veranstalter zugesagt, für Kaffee und Kuchen zu sorgen. Egal wie das Wetter wird – backen muß ich. Und mache es auch gern. Trotzdem würde ich mich auch über Kuchenspende freuen- selbstgebackenen natürlich. Oder über Hilfe beim Kaffeekochen bzw. bei der Gästeversorgung vor und nach dem Konzert.

Paul Wolff von Todenwarths Tafelklavier ist inzwischen auf der Warthe. Die   damals perfekt arbeitende Firma, die unseren langjährigen Leihflügel vor einem Jahr nach Wien gebracht hatte, war nicht mehr auffindbar. Im „Netz“ vertreten mit einigen Adressen und Telefonnummern, doch auf E -mails und Anrufversuche keine Reaktion. Michael Leifer bin ich dankbar dafür, dass er den Transport übernommen hat. Moritz und ich waren Ende April also mit Michael auf dem Schneideraichhof bei Altötting, mit dortiger Unterstützung wurde das alte Tafelklavier (das sicher seit über 60 Jahren kaum einen Ton mehr von sich gegeben hat) neben anderen mehr oder weniger brauchbaren Fundstücken in Ofenmanns Transporter verstaut. Es ist einiges am Klavier zu reparieren, vor allem aber ist es eine Herausforderung für den Klavierstimmer, es wieder richtig zum Klingen zu bringen. Es sollte ja eigentlich wohltönender Abschluss werden für ein Rundfunk- Portrait, welches Regisseur Nikolai von Koslowski über Paul W.v.T. produziert und das im Oktober im MDR und anderen Programmen gesendet werden soll. Auf dem Schneideraichhof wurden ein paar „Misstöne“ aufgenommen, auch auf der Warthe schon besser klingende, nachdem Julius Kubisch, junger Klavierstimmer aus Meiningen, dieses historische Instrument schon einen Tag bearbeitet hatte. Doch Pauls abenteuerliches Leben hat so viel zu bieten, das bei einer knapp einstündigen Sendung sowieso nur Zeit für ein paar Takte bliebe. Ich bin gespannt aufs Ergebnis.

Über drei neue (und sicher aktive) Mitglieder in unserem Verein bisher in diesem Jahr freue ich mich: Axel Möller aus Fambach war schon als Gast bei unserer letzten Jahresversammlung dabei, Dorothea Meuschke und Katrin Sommer seit dem Frühlingsfest des Hessischen Geschichtsvereins am 7. Mai.

für e.mail

Bei Diesem gemeinsamen Nachmittag der Schmalkalder Sektion des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde mit unserem Freundeskreis kann man nach 6 Jahren schon von einer guten Tradition sprechen. Es war ein gemütlicher Nachmittag bei guten Gesprächen, Kaffee und Kuchen sowie dem sehr gut aufgenommenen Konzert mit Ralph Schüller und Bastian Bandt, zwei „Lieder- machern“ aus Leipzig.

Todenwarth war erstmals dabei am „Tag der offenen Gärten“ im Landkreis. Dieser Tag wird anscheinend recht gut angenommen, wenn auch die Organisationsform mir nicht so ganz gefällt. Welche Gärten beteiligt sind, erfuhr ich auf Umwegen, die Liste bekamen Besucher in einem der zwei sogenannten „Eingangsgarten“, also im Rußwurmschen Haus oder in Garten der Familie Krampe in Rippershausen. Doch es wurde ein sehr angenehmer Tag mit lieben Freunden und etwa 60 sehr interessierten Gästen aus Erfurt, Eisenach, Rudolstadt und vielen weiteren Thüringer Orten.

Erinnern möchte ich noch an den diesjährigen Vereinsbeitrag – wer ihn noch nicht überwiesen hat, möge das bitte in den nächsten Wochen tun. Kontonummer wie immer in der Fußzeile 1. Seite. Und bitte Daumen drücken oder in anderer Form passendes Wetter für Konzert am 23. Juli herbeizaubern!

Herzlichen Gruß von der Todenwarth –Euer Jochen Halbig

Liebe Freunde der Todenwarth,

April 16th, 2016

mit dem Osterfest ist ein Viertel des Jahres 2016 schon wieder Geschichte. Noch ist nichts passiert im „Vereinsleben“ dieses Jahres, die sachlich korrekt und im Anschluss gemütlich verlaufende Jahresversammlung am 27. Dezember war unsere letzte Zusammenkunft. Hier nun einige Informationen zu dem, was geplant ist 2016, wozu teilweise auch gern die tätige Hilfe von Freunden in Anspruch genommen wird. „Jahreswolf“ ist der vor 200 Jahren auf Todenwarth verstorbene Christoph Gottfried Karl Wolff von Todenwarth, Oberbaudirektor und Kammerrat im Herzogtum Sachsen- Weimar- Eisenach. Einiges an Archivarbeit ist noch nötig, um im Herbst genügend Material für einen interessanten Vortrag zusammen zu bekommen. Hier nur so viel: er heiratete 1809, sein einziger Sohn wurde 9 Jahre zuvor geboren- von einer anderen Frau. Und von dem, was er künstlerisch im Leben gemacht hat, sind mir bisher nur Bilder bekannt, welche die Wartburg in der Landschaft zeigen und schon kurz nach der Entstehung in Kupfer gestochen koloriert auf der Wartburg verkauft wurden – bis in die letzten Jahre. Hier eine dieser 8 Ansichten:

Wartburg 3

Im April wird uns, gemeinsam mit Mitgliedern des Hessischen Geschichtsvereins, Kai Lehmann durch seine aktuelle große Ausstellung führen- über Philipp den Großmütigen, dessen Doppelehe den Erfolg der Reformation stark ausgebremst hat. Das jährliche Frühlingsfest des Hessischen Geschichtsvereins am 1. Samstag im Mai schließt sich an, unter anderem mit dem Konzert eines deutschen Liedermacher- Duos. Eine   Wanderung auf geschichtlichen Spuren in der Trusetaler Flur folgt am 28. Mai und am 26. Juni beteiligen wir uns am Tag der offenen Gärten in Thüringen. Spätestens bis dahin müssen einige Gestaltungsarbeiten im Garten abgeschlossen sein im Umfeld des „Pflanzenhauses“ sowie Reparaturen am verrottenden Rankgitter an der Südmauer und zusammenbrechender Trockenmauer Richtung Hangpforte.

Zum 2. Mal wird es auf Todenwarth ein Open air- Konzert des Thüringer Orgelsommers geben, mit Th. Heinke An der Orgel und dem Blechbläserensemble Neva Brass (Bach, Händel, Purcell u. A.). da wäre ich natürlich nicht nur dankbar für schönes Wetter, sondern auch für Kuchenspenden und organisatorische Hilfe am Kaffeebuffet.

Dann „drohen“ auch schon wieder die Vorbereitungen für den Denkmaltag am 2. Sonntag im September, für den ich mir natürlich wieder die bewährten Helfer erhoffe.

An Gaston Wolff von Todenwarth wird in diesem Jahr noch einmal erinnert mit der Ausstellung seiner Bilder, diesmal auf Todenwarth. Sein Geburtstag jährt sich zum 125. Mal. Ich informiere rechtzeitig vor der Vernissage, wie auch vor allen anderen Veranstaltungen.

Der Vortrag über Christoph Gottfried Karl Wolff v. T. ist für Oktober geplant, bis dahin hoffe ich noch einiges über ihn und sein Umfeld zu erfahren.

IMG_3074 kleinerAuch der Abenteurer Paul Wolff von Todenwarth lässt uns nicht los. Nikolai von Koslowski, Regisseur und Produzent für Features und Dokumentationen für die ARD- Rundfunkanstalten, möchte über Pauls Leben ein spannendes Feature machen. Flucht aus Sibirien 1915, bei den Senussen 1916 –1918 in Tripolitanien (dem heutigen Libyen), Bauer im schwärzesten Bayern… Das reparaturbedürftige, über 150 Jahre alte seltene Tafelklavier, welches noch im Schneideraichhof steht, soll eine Rolle dabei spielen. Michael Leifer und ich werden es (hoffentlich) Ende April auf die Warthe holen. Töne im jetzigen Zustand wurden schon aufgezeichnet. Restaurierter Klang soll dann den Schlusspunkt des Features bilden – wenn dem Gerät bis dahin ein paar wohlklingende Töne zu entlocken sind.

 

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„Schneideraichhof bei Altötting Frühjahr 2016“