Todenwarth Spätsommer

Oktober 15th, 2016

Kontakt:

Familie Dres. Halbig –  Todenwarth 1 – 98597 Fambach

Tel.: 036848-31401      j.halbig@todenwarth.de

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Kein Frühlingsfest am 9.Mai!

Mai 8th, 2020

Leider kann das Frühlingsfest des hessischen Geschichtsvereins zusammen  mit dem Freundeskreis Todenwarth nach Rücksprache mit dem Landratsamt auf Grund der Corona- Pandämie nicht zum geplanten Termin am 9. Mai stattfinden. Ob wir es in diesem Jahr ausfallen lassen müssen, oder doch noch in ein paar Wochen auf der Todenwarth zum Konzert, Gespräch , Kaffeee und Kuchen zusammen kommen können, entscheiden der Fortgang bzw. Rückgang der Erkrankungs- und Letalitätsrate und die damit möglich werdenden Beschränkungsaufhebungen.

Herzliche Grüße von der Todenwarth – bleibt gesund!

Jochen Halbig

Vom Scharfrichter zum Arzt – vier Generationen Henker, Heiler, Menschen

Februar 27th, 2020

Mittwoch, 4. März, 19:00 Uhr: Vortrag von Dr. Kai Lehmann auf der Todenwarth

In der Schmalkalder Totenhofkirche befindet sich ein großes und kunstvoll gestaltetes Grabdenkmal für Hieronymus Wahl. Solche Epitaphe kosteten der hinterbliebenen Familie sehr viel Geld und bezeugen den Wohlstand und das Ansehen des Verstorbenen. Hieronymus Wahl aber war von 1657 bis 1681 Scharfrichter in Schmalkalden. Wie geht das zusammen? Hieronymus war der Sohn von Otto Heinrich Wahl, „dem“ Scharfrichter in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts schlechthin. Der Mann folterte und brachte z. B. hunderte von Hexen auf den Scheiterhaufen. Er war so gefragt, dass man ihn aus Weimar, Jena, Bamberg oder Würzburg anforderte. Eine der Töchter von Hieronymus Wahl heiratete Johann Jeremias Glaser, Scharfrichter in Meiningen und Wasungen. Glaser hielt in einem Rechnungsbuch sein Erwachsenen-Leben in Zahlen fest. Auf 350 Seiten findet sich jede Einnahme und Ausgabe die Glaser tätigte. Dieses Buch erlaubt einen Blick hinter die Maske des Scharfrichters auf den Menschen dahinter. Glasers jüngster Sohn wiederum studierte und wurde Stadtarzt in Suhl.

Diese vier Generationen sollen im Vortrag von Dr. Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg, beleuchtet werden, wobei der Schwerpunkt aber auf dem Meininger/Wasunger Scharfrichter Johann Jeremias Glaser liegt. Durch dessen Rechnungsbuch kann sein Leben bis ins kleinste Detail nachvollzogen werden: angefangen davon, was es bei den Taufen seiner Kinder zu Essen und zu Trinken gab, über seinen Besitz in Wasungen (Wo wohnte er, besaß er noch andere Häuser und Gärten, wie sah die Inneneinrichtung seines Wohnhauses in Wasungen aus?) bis hin zu Glasers Beerdigung.Darüber hinaus geht der Referent auch Fragen nach, was überhaupt ein Scharfrichter ist, warum der Beruf als unehrenhaft galt, welche Todesstrafen es gab oder wie die Folter ablief. Aber es soll nicht um den Gruselfaktor gehen, sondern vielmehr darum, wie lebte ein vermeintlich brutaler und ungebildeter Mensch im ausgehenden 17. Jahrhundert. Waren Scharfrichter tatsächlich tumbe und unkultivierte Männer oder waren sie vielmehr ganz normale Menschen, denen aufgrund des Standes in den sie hineingeboren wurden, gar nichts anderes übrig blieb, als Scharfrichter zu werden?

Der Heidelberger Scharfrichter Franz Wilhelm Widmann bei der Ausübung seines Amtes, kolorierter Kupferstich 1820

Katasterrat, Künstler, Kritiker

Januar 30th, 2020

Südthüringer Zeitung

Mit vielen historischen Bildern und Dokumenten ließ der Besitzer des Schlosses Todenwarth längst vergangene Zeiten lebendig werden. Die Kunstruine auf dem Frankenstein und das Kriegerdenkmal im Rathenaupark wurden nach Entwürfen von Max Halbig gebaut.

Bad Salzungen – Was verbindet die Kunstruine Frankenstein, die 1891 als Andenken an die ursprüngliche Burg Frankenstein errichtet wurde und bis heute beliebtes Ausflugsziel mit großartigem Rundblick ins Werratal ist, mit dem Kriegerdenkmal im Bad Salzburger Rathenaupark, das 1904 eingeweiht wurde? Beide Bauwerke wurden nach Entwürfen des damaligen Katasterrates Max Halbig entworfen, dessen Leben und Wirken sein Enkel Dr. Jochen Halbig in einem Vortrag im Museum am Gradierwerk vorstellte. Mit vielen historischen Bildern und Dokumenten ließ der Besitzer des Schlosses Todenwarth bei Fambach längst vergangene Zeiten lebendig werden, tauchte gemeinsam mit den vielen Zuhörern – darunter zahlreiche Mitglieder der Frankensteingemeinde und Bürgermeister Klaus Bohl – tief in die bewegte Geschichte seiner Vorfahren ein. 1997 erwarb der Zahnarzt die Ruine des Schlosses und restaurierte sie aufwendig und liebevoll. Seine Großmutter, Camilla Wolff von Todenwarth, war hier, oberhalb der Zwick, aufgewachsen. Der Fokus des Vortrags lag jedoch nicht auf der über 500-jährigen Geschichte des Geschlechts der Wölfe von und zur Todenwarth, sondern auf Max Halbig und seinem Vater Johann Jacob, der in Meiningen aufwuchs und dort ab 1821 aufs Gymnasium Bernhardinum ging.

Jochen Halbig blätterte im dickleibigen handschriftlich geführten Schultagebuch seines Vorfahren, welches mit den Worten: „War keine Schule!“ beginnt. Johann Jacob wurde Lehrer – zunächst an Armenschulen in Meiningen und Hildburghausen, ab 1826 dann am Gymnasium Bernhardinum. Das Gehalt, wie eine Urkunde zeigt, wurde nicht nur in Geldstücken, sondern auch in Naturalien wie Holz zum Heizen gezahlt. Aus seiner Ehe mit Dorothea Luise Dressel gingen vier Kinder hervor: Max, Karl, Adolf und Mathilde. Bereits 1858 verstarb Dorothea, Johann Jacob ging 1876 in den verdienten Ruhestand.

Max Halbig, geboren am 2. September 1837, zeichnete bereits als Kind und Jugendlicher viel und gut, wie Jochen Halbig mit verschiedenen eindrucksvollen Bleistiftskizzen zeigen konnte. Fabriken wie ein Walzwerk stellte Max Halbig ebenso kunstvoll-realistisch dar wie verfallene Burgen oder den Eingang zur Wartburg. Nach dem Studium in Jena arbeitete er 1860 als Landvermesser in Meiningen, 1872 erfolgte der Umzug nach Salzungen. 1866 heiratete er Camilla, mit der er sieben Kinder bekam und für die er 1870 ein großes Haus mit viel Garten errichten ließ. In den unteren Räumen mietete sich im April 1879 das hiesige Katasteramt ein. Camilla starb mit gerade mal 35 Jahren. Damit die Kinder versorgt waren, heiratete Max Halbig 1884 Emma Heine. Die älteren Kinder hassten ihre Stiefmutter, sein Vater dagegen, so Jochen Halbig, habe sie geliebt.

Auf Fotos schaut der gut aussehende Max Halbig, der als gestandener Mann Vollbart trug, mit heiteren, wachen Augen lächelnd in die Welt. Der Katasterrat war nicht ohne Schalk und Humor, wie kleine Skizzen, auf denen er seine Mitbürger in unterschiedlichsten Posen festgehalten hat, beweisen. Ein stolzgeschwellter Herr im Anzug wird hier im wahrsten Sinne des Wortes zum Gockel, weil Max Halbig ihm einen schönen Hahnenschweif anzeichnete, daneben findet man bierselig-runde Gestalten, biedermeierlich- blöde dreinschauend.

Mit dem visionären, nicht im Besitz von Jochen Halbig befindlichen Bild „Die Frankenstein Ruine der Zukunft im Abendsonnenschein“ unterstützte der Katasterrat kunstvoll das Vorhaben des Amtsrichters Dr. Höfling, auf dem Frankenstein einen Aussichtsturm zu errichten. Es wurde in der „Heimatwarte“, einer Beilage des Salzunger Tageblatts, abgedruckt und stieß bei der Bevölkerung auf große Begeisterung.

Max Halbig nahm an der Errichtung der Kunstruine regen Anteil – erhalten geblieben ist unter anderem ein Brief, in dem er die Baupläne, die zunächst einen nur zweigeschossigen Turm vorsahen, scharf kritisiert.

Ehrenamtlich übernahm er später den Entwurf und Bau des Denkmals für die Salzburger Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871, gründete dafür eigens 1900 ein Komitee und schickte Skizzen und Entwürfe an den Meininger Herzog Georg zur Beurteilung. Dieser erteilte schließlich schriftlich sein „Placet“.

1909, mit 71 Jahren, starb der Katasterrat. Sein Grundstück mit dem Haus wurde an das Erzbistum Würzburg verkauft und 1923/24 die katholische Kirche St. Andreas im barocken Stil errichtet. Das ehemalige Wohnhaus der Halbigs ist heute Pfarrhaus.

Mit viel Empathie erzählte Jochen Halbig von seinem Großvater, eine der heute fast unbekannten Persönlichkeiten, die die Kurstadt in vergangenen Zeiten geprägt haben. Durch seinen Vortrag wurde den Zuhörern nicht nur sein Vorfahr, sondern auch das damalige Leben im Werratal und Solbad gegenwärtig.

Annett Spieß

Der Salzunger Katasterrat Max Halbig und seine Idee vom Frankenstein

Januar 18th, 2020

Do. 23. Januar 2020, 19 Uhr  

Museum am Gradierwerk, Bad Salzungen

Vortrag mit PPP. von Jochen Halbig.

Der Museumsverein Bad Salzungen e.V. lädt am Donnerstag, dem 23. Januar, um 19:00 Uhr zu einem bebilderten Vortrag: „Der Salzunger Katasterrat Max Halbig und seine Vorfahren“ein. Der Eintritt ist frei. Dr. Jochen Halbig hat die Geschichte seiner Vorfahren erforscht und dabei manches interessante Detail herausgefunden, zum Beispiel über den Frankenstein:

Der Amtsrichter Dr. Höfling stieß vor fast 150 Jahren mit seinem Vorhaben, auf dem Frankenstein einen Aussichtsturm zu errichten, zunächst auf Ablehnung. Selbst seine Freunde belächelten seinen Optimismus. Doch 1881 kam Bewegung in die Angelegenheit, als auswärtige Kurgäste die herausragende Position des „großen Frankensteins“ in einem Zeitungsartikel hervor hoben.

Schließlich zeichnete der Katasterrat Max Halbig ein künstlerisch ausgeführtes Bild mit dem Titel: „Die Frankensteiner Ruine der Zukunft im Abendsonnenschein“. Dieses Bild erschien mit einem Aufruf von Dr. Höfling in einer Salzunger Zeitung. Zusammen mit einer Sammelliste fand die Zeichnung Verbreitung in Salzungen und dem Umland. So trug Max Halbig zur Realisierung der Kunstruine bei.
Max Halbig war verheiratet mit einer von Todenwarth. Noch heute zeugt das Schloss Todenwarth bei Niederschmalkalden von einer über fünfhundert Jahre währenden Geschichte des Geschlechts der Wölfe von und zur Todenwarth.

Sechs Sandsteinblöcke in Skulpturen verwandelt

September 2nd, 2019

Finn, der Hund von der Todenwarth, ist in Stein gemeißelt. Das Tier findet sich in einer von sechs Skulpturen, die während des 4. Breitunger Steinbildhauer-Symposiums entstanden sind.

Monika Ritter hat „Zwillinge mit Hund“ geschaffen. Fotos (7) Wolfgang Benkert: fotoart-af.de

Breitungen – „Zwillinge und Hund Finn“ nannte Monika Ritter ihre Arbeit, die während des Steinbildhauer-Symposiums im Schlossgarten in Breitungen entstanden ist. Als das Symposium nach knapp zwei Wochen zu Ende ging, hätte sie gerne noch weitergemacht. „Schade, dass nicht noch mehr Zeit war“, sagte sie, als die Künstler zum Abschluss ihre Werke in lockerer Runde vorstellten. Unter den Zuhörern waren Breitungens Bürgermeister Ronny Römhild und Fabian Amborn vom Bauamt, der in der Verwaltung für das Symposium zuständig war; Familie Halbig von Schloss Todenwarth, wo zwischen 2003 und 2008 die ersten drei Symposien stattfanden, und Vertreter der Meininger Freimaurer-Loge „Georg Liberalitas“. Die Freimaurer unterstützen das Symposium und möchten eines der sechs Werke in Meiningen aufstellen.

Finn, der Todenwarth’sche Hund, war im Schlossgarten nicht dabei. In Monika Ritters Skulptur ist er länger ausgefallen als im Original, aber ebenso freundlich. Er schmiegt sich an die Zwillinge, als wär‘s der Drilling. Eine Arbeit, die Positives ausstrahlen soll. „Es gibt nicht nur Negatives“, sagt Monika Ritter. Die Künstlerin hat in den 80er-Jahren die Holzbildhauer-Schule in Bischofsheim in der Rhön besucht, heute lebt sie in Kalchreuth bei Nürnberg. Beim Symposium war sie zum ersten Mal dabei.

 

Tobias Golde und die „Knieende“. Foto: Wolfgang Benkert

Auch Tobias Golde aus Leipzig ist neu in der Runde. Auch er hat einst Holzbildhauer gelernt und später Bildhauerei studiert. Nach Breitungen ist er mit einem Modell gereist, das er „am ersten Tag weggelegt“ hat, wie er erzählte. Was er aus seinem Sandsteinblock herausgeholt hat, ist kompakter geworden. Ein Unterkörper mit dem Ansatz der Beine, ein Oberkörper, der verwachsen erscheint. Eine Metamorphose, erklärt Golde. Ihn interessiere das nicht Sichtbare, die Frage, was passiert weiter. „Knieende“ wäre seiner Absicht nach ein passabler Titel für sein Werk.

 

 

 

Bei der Skulptur von Lasse Schulz-Berke dachte mancher Betrachter an Eisberge und die Titanic. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

Ohne Titel ist das Werk von Lasse Schulz-Berke aus Kaiserslautern geblieben. Die Pyramiden-Form, meint er, sei durch den Stein vorgegeben gewesen. Der Bildhauer kommt aus der Architektur, aus seinem Stein wächst ein flacher Quader, dessen Seiten verdreht sind. „Die Form wächst aus dem Rohling.“ Andere hätten sein Werk mit einem Eisberg assoziiert, und zur Titanic weitergedacht. Weil er Steinmetz ist, hat Lasse Schulz-Berke die Oberflächen klassisch bearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

Tobias Rempp nennt sein Werk „Hals über Kopf“. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

 

Tobias Rempp aus Nürnberg ist zum vierten Mal in Breitungen und „wieder mal nicht fertig geworden“. „Hals über Kopf“ nennt er sein Werk, den Rest „kann man sich überlegen“, meinte Rempp bei der Vorstellung. Er habe viele Figuren gemacht, die man erkennen kann und sei nun „etwas weg davon“. Steine brächten viel mit. Die Grundform sei schon da, er habe „versucht, was drauszumachen“.

 

 

 

 

Der „Breitunger Torso“ von Sebastian Paul. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

 

Neben Rempp bearbeitete Sebastian Paul seinen Stein, auch er ist ein Symposiums-Teilnehmer der ersten Stunde. Sie hätten viel über Architektur gesprochen, erzählt er, das habe sich in seiner Arbeit niedergeschlagen. Sie ist figürlich geworden, verbindet sich durch mehrere romanische Bögen aber mit der Architektur. Der Berliner nennt sie „Breitunger Torso“. Eindeutig eine Breitungerin, meinten seine Zuhörer im Schlossgarten.

 

 

 

 

 

 

 

Robert Rost mit seiner „Initiation“. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

Der sechste Künstler ist in der Region der Bekannteste. Robert Rost betreibt den Steinbruch in Fambach, von dort stammen auch wieder die Sandsteinblöcke für das Symposium. Mehrere seiner Werke sind in der Region zu sehen, unter anderem die Sagenfigur des Leinewebers, der auf dem Breitunger Markt vor dem Glittstein steht. Für das Symposium hat er dieses Mal das Streben nach Verbesserung und Veränderung zum Thema gemacht. Seine Figur trägt die Hand auf dem Herzen, eine Geste, die die Arbeit an sich selbst demonstrieren soll. Figürlich, aber fragmentartig, kommentierte der Bildhauer. Die Rückseite der Skulptur ist Sonne und Mond gewidmet.

Rost’s Arbeit sprach die Vertreter der Meininger Freimaurer-Loge besonders an. Das Werk symbolisiere die drei Grade Lehrling, Geselle und Meister, meinte der „Meister des Stuhles“ – der Vorsitzende – Peter Henzel. Die Meininger Unterstützer wollten sich allerdings noch nicht auf ein Werk festlegen, sie wollten noch mit Meiningens Bürgermeister Fabian Giesder über einen geeigneten Stellplatz für eine Skulptur sprechen. Am liebsten sähen sie eine der Skulpturen „als kostenlose Leihgabe in einem der Meininger Parks“.

 

 

 

 

 

 

 

Die anderen Werke bleiben in Breitungen und werden voraussichtlich im neu angelegten „Garten der Kunst“, hinter dem Schloss, aufgestellt, wo schon die Werke des dritten Symposiums 2017 zu sehen sind.

Im „Garten der Kunst“, hinterm Breitunger Schloss, kann man Skulpturen der Symposien betrachten. Foto: Wolfgang Benkert

Der Klang der Hämmer lockte während der zwei Wochen immer wieder Neugierige in den Schlossgarten, die den Bildhauern zusahen und Fragen stellten. Dennoch hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen. Die Bildhauer schätzen diese Mischung. Es ist angenehm hier, sagte etwa Tobias Golde und lobte, wie die anderen, die besondere Atmosphäre des Breitunger Burghügels.

Text: STZ 29.8.2019 Ulricke Bischoff

Der Klingelton von Nokia 310 im Todenwarth’schen Park

Juli 25th, 2019

Südthüringer Zeitung, Artikel von Annett Recknagel

Auf Schloss Todenwarth ging der 29. Thüringer Orgelsommer in seine nächste Runde. Hornist Stephan Katte aus Weimar und Tom Anschütz an der Open-Air-Orgel begeisterten das Publikum.

Stephan Katte spielte ein selbst gebautes Thüringerwald-horn, Foto Annett Recknagel

Todenwarth/Fambach 

 Trolle auf Schloss Todenwarth? Gehören diese Fabelwesen der nordischen Mythologie nicht nach Dänemark und Schweden? Während des Konzertes im Rahmen des 29. Thüringer Orgelsommers machten die kleinen Männchen Station im Thüringischen. Die mehr als 150 Zuhörer konnten sich die Trolle bei der entsprechenden Orgelmusik zumindest sehr gut vorstellen. „Da laufen sie“, flüsterte eine Zuhörerin in der zweiten Reihe und damit behielt Organist Tom Anschütz Recht. In zweierlei Hinsicht: Zum einen meinte er, die Klavierkomposition „Trolltog“ von Eduard Grieg höre sich auf der Orgel viel besser an. Zum anderen könnte das Publikum schon bei den ersten Klängen gedanklich Zwerge marschieren sehen. Der Heimatverbundenheit wegen hatte Anschütz aus den Trollen Zwerge gemacht – Grüße nach Trusetal.

Dass dieses und alle anderen Stücke, die der 25-Jährige auf der Open-Air-Orgel zum Erklingen brachte, beim Publikum Bilder hervorriefen, lag am perfekten Spiel des jungen Mannes aus Waltershausen. Dabei hatte er, wie er nach dem Konzert verriet, nicht einmal die richtigen Schuhe an. Trotzdem ließ er die Zwerge marschieren. In Griegs Stück gab es eine Stelle, an der ausschließlich Anschütz’ Füße agierten. Hochkonzentriert saß er an der Orgel, man spürte das Marschieren. Zwischendurch verschnauften die Männchen, um danach mit neuer Kraft wieder loszulegen. Was für die Zuhörer ein Genuss war, bedeutete für Tom Anschütz Arbeit. Seine Augen konzentrierten sich auf die Noten, die Hände huschten über die Tastatur und mit den Füßen spazierte Tom Anschütz über die hölzernen Pedale, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres.

„Von Bach bis Bolero“ war das Freiluftkonzert überschrieben. Und Tom Anschütz musizierte nicht allein. Stephan Katte aus Weimar hatte Horn und Thüringerwald-Horn mitgebracht. Doch bevor das Musikerlebnis beginnen konnte, hieß es Stühle schleppen. Hausherrin Antje Halbig hatte nach 100 aufgestellten Sitzgelegenheiten im Garten die Übersicht verloren. Kustos Jörg Müller und Jochen Halbig transportierten fünf Minuten vor Konzertbeginn die guten Stühle aus dem Saal vor die Tür. Letztlich fand jeder einen Platz. Um die 150 Gäste mögen es gewesen sein. Halbig sprach von so vielen wie nie zuvor.

Foto Gerd R.

Zum vierten Mal hatte Familie Halbig zum Thüringer Orgelsommer in den Park von Schloss Todenwarth eingeladen. Unter dem Schutz der großen Linde war der Lkw mit der fest installierten, elektrisch gesteuerten Pfeifenorgel geparkt. Allein das war eine Augenweide. Bedient wurden am Ende alle Sinne. Die Stadt Leipzig war der rote Faden des Konzertes. Komponisten oder Werke standen in Zusammenhang mit der sächsischen Stadt. Was mit Händels Wassermusik begann, war eine Klangreise. Orgel und Thüringer Waldhorn harmonierten ebenso wie Horn und Orgel. Die Musiker hatten Stücke ausgewählt, die in die Natur passten und bei denen sich ein Wohlgefühl einstellte. Andächtig wurde es bei einem Gebet, das von den Musikern feinfühlig beinahe dahingehaucht wurde. Mit einem „Bolero“ ging es fröhlich weiter. Tom Anschütz brachte die Orgel in ihrer vollen Schönheit zum Erklingen. Mal laut und aufbrausend, mal leise und sanftmütig – es war eine Wohltat, dem jungen Mann zuzuhören und zuzusehen. 

Auch den Pilgerchor aus dem „Tannhäuser“ von Richard Wagner brachte Anschütz zu Gehör. Mit seinem Kollegen, Stephan Katte, harmonierte er blind.

Sehr schön auch eine Pastorale für Horn und Orgel des schwedischen Komponisten August Körling. In John Arthur Meales Stück „Final alla Minuet“ war eine sehr bekannte Melodie herauszuhören. Anschütz spielte sie kurz an. Schulterzucken und Kopfschütteln im Publikum. „Die Auflösung gibt es nach dem Stück“, sagte Anschütz und legte los. Wieder nahm er das Publikum mit, gefiel durch ein perfektes Spiel, fast vergaß man das Rätsel.

Foto privat

Die Melodie war ein Klingelton. Er gehörte zu dem veralteten Handy Nokia 310. Dieser Fakt entschuldigte das kurz auflachende Publikum natürlich. Ohne Zugabe kamen die beiden Musiker nicht davon. Und danach gab es noch einmal einen riesigen Applaus. Wer wollte, konnte sich die fahrbare Orgel nach dem Konzert aus nächster Nähe anschauen.

Sonntag, 14. Juli 17 Uhr Thüringer Orgelsommer 2019 – nach einem Jahr Pause ist Todenwarth wieder dabei!

Juli 8th, 2019

„Bach bis Bolero“

Nach 2015, 16 und 17 gibt es in diesem Jahr zum 4. Mal im Rahmen des Thüringer Orgelsommers ein Open Air – Konzert im Park von Schloß Todenwarth. Zum 3. Mal wird die von Orgelbaumeister Christoph Schindler aus Ostheim vor der Rhön gebaute und auf einen Lastwagen montierte  mobile Großorgel (mit rund 1800 Holz- und Metallpfeifen) mit den Vögeln im Garten konkurrieren (und hoffentlich die vielen grünen Frösche im Teich für eine Weile verstummen lassen). Tom Anschütz aus Waltershausen wird die Konzertorgel spielen. Der Hornist Stephan Katte aus Weimar ist nicht nur ein großartiger Musiker, er baut auch historische Blasinstrumente nach, einschließlich Alphorn.   – Gespielt werden Werke von Bach, Krebs, Lefebure – Wely und anderen.

Tom Anschütz, Foto: Ralf Lüer

Stephan Katte

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hoffen auf einen regenfreien sonnigen Konzertabend und viele Besucher!

 

Familie Halbig

https://orgelsommer.de/konzert/bach-bis-bolero-open-air-konzert/

Egon Kayser liest „Der Mann mit dem Mehlgesicht“

Juli 1st, 2019

Samstag, den 6. Juli 19.30 auf Todenwarth:

EGON KAYSER LIEST „DER MANN MIT DEM MEHLGESICHT“

UND SEINE FRAU SPIELT DAZU QUERFLÖTE….

„An immer der gleichen Stelle einer Landstrasse versagt der Motor. Und jedes Mal lässt ein Abschleppwagen nicht lange auf sich warten, der die Fahrzeuge in immer die gleiche Werkstattfährt. Wenn Autofahrer, die bis zum nächsten Tag vor der Werkstatt  auf die Reparatur warten müssen, endlich hinter dem Steuer eingeschlafen sind, schrecken sie auf. Denn urplötzlich erhellen grelle Scheinwerfer den Platz, der sich dadurch in eine Bühne verwandelt…

Hinter allen Aktivitäten dieser Werkstattsteht ein kleiner Mann, dessen Gesicht wie mit schmutzig- weißem Mehlkleister verschmiert ist. Nach Lust und Laune greift er, neben unheilvollem Wirken für die Werkstatt,in fremde Lebensläufe ein. Immer da, wo jemand sein Geschick zum Guten oder zum Bösen wenden kann, taucht der Mann mit dem Mehlgesicht auf und fördert mit Lust das Böse. Sein Geschäft und seinen Einfluss auf  Menschen weitet er stetig aus. Keine Skrupel  kennt er in der Wahl seiner Mittel, zu denen auch die äthiopische Schönheit Senait gehört. Aber schließlich überschätzt er deren Unterwerfungs- bereitschaft….“

Sonntag 16.6.2019 – Offene Gärten Rhön 10-17 Uhr

Juni 9th, 2019

https://www.offene-gaerten-thueringen.de/open-gardens-2019/rhoen/

 

„1300 Jahre fränkische Geschichte in Süd- Thüringen“

Juni 9th, 2019

Freitag, den 14. Juni 2019 19.30 auf Todenwarth:

Vortrag von Martin Truckenbrodt

Im heutigen Südthüringen ist das Wissen über die Zeit der Regentschaft der Wettiner, der Hessen und der Preußen relativ gut verbreitet. Über die Geschichte des Henneberger Landes und des Coburger Landes vor der Neuzeit bzw. vor dem Spätmittelalter, welche ursächlich für die fränkische kulturelle Prägung des heutigen Südthüringen ist, wissen allerdings in der Regel nur heimatgeschichtlich Interessierte Bescheid.

Martin Truckenbrodt, Vorsitzender des Vereins Henneberg- Itzgrund- Franken e.V., liefert beginnend mit dem Ende Spätantike einen groben aber umfassenden Überblick über die verschiedenen Epochen und wird auch auf die historischen territorialen Verbindungen zu Thüringen und Hessen eingehen.

Dr. Jochen Halbig