Denkmaltag – Am Sonntag, den 12. September, steht das Tor von 11 – 17 Uhr offen

September 8th, 2021
Postkarte – vermutlich ca. Ende 19. oder Anfang 20. Jh

Am 2. Sonntag im September, dem alljährlichen Europäischen Tag des offenen Denkmals, kann Todenwarth nach Corona- bedingtem Ausfall im vorigen Jahr zum 21. Mal von Baudenkmal – Interessierten und all denen, welche die Erinnerung an ihre früheren Verbindungen zur Todenwarth wieder einmal auffrischen möchten, besucht werden. 

Zum Motto dieses Jahres „Sein & Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ gibt es auf der Todenwarth einiges zu entdecken.

Eine kleine Ausstellung mit Aquarellen vom Meininger Künstler Eberhard Wolff schmückt die kleine Orangerie, in der auch ein bescheidener Bücherflohmarkt zum Stöbern einlädt. 

Michael Leifers Topfmarkt zum Denkmaltag hat auf Todenwarth auch schon eine lange Tradition. 

Für das leibliche Wohl wird wieder wie gewohnt im Rahmen der Möglichkeiten und natürlich unter Berücksichtigung der erforderlichen Schutzmaßnahmen (Mund- Nasen- Bedeckung am Servicebereich) gesorgt. 

Maskenpflicht besteht auch beim Betreten geschlossener Räume (Schloss, kleine Orangerie).

Auf Grund der derzeitigen Pandemie- Entwicklung ist davon auszugehen, daß die Corona- Warnstufe gelb (1) gültig ist und damit die 3G – Regel, also Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Getestete. Ein Test sollte nicht älter als 2 Tage sein.

wir freuen uns auf Ihren / Euren Besuch!

Familie Halbig und Freundeskreis Todenwarth

Bach bis Piazzolla – Thüringer Orgelsommer am 4.7.2021 um 17:00 Uhr

Juni 25th, 2021

Endlich wieder Kultur auf Todenwarth:

Es  ist wieder so weit – am Sonntag, den 4. Juli um 17 Uhr wird zum 5.mal die Ostheimer Open-Air-Orgel im Garten der Todenwarth stehen. Werke von „Bach bis Piazzolla“ mit Jens Goldhardt aus Gotha an der Orgel, Ralf Benschu aus Potsdam mit Klarinette und Saxophon. Näheres auf www.orgelsommer.de

Schön wäre es, wenn 2 oder 3 Vereinsmitglieder bei den Vorbereitungen und „Nachräumen“ am Konzerttag helfen könnten.

Herzlichen Gruß von der Todenwarth –

Jochen Halbig

Ein Fenster mit tiefer Symbolik

Juni 13th, 2020

Südthüringer Zeitung, 13.6.2020 von Annett Recknagel

Für Jochen Halbig ging ein ganz besonderer Wunsch in Erfüllung: An der Südseite von Schloss Todenwarth ist ein Emaillebild des Künstlers Moritz Götze aus Halle zu sehen.

Das Motiv erinnert an den guten Hirten – und soll dem Schlossherrn der Todenwarth ähneln. Foto: J. Halbig   

Fambach – Ein Kunstwerk, sechs Schrauben und zweimal Moritz. Der eine ist Zahnarzt in Nürnberg und Sohn von Jochen Halbig, der andere ein weltweit anerkannter Künstler, der seine Werke unter anderem schon in Indien, Ungarn und Amerika ausstellte. Übrigens trägt Moritz Halbig den Namen Moritz, weil die Familien eine jahrelange Freundschaft verbindet. „Antje hat dich damals im Kinderwagen durch Halle geschoben“, erinnert sich Jochen Halbig und bringt Moritz Götze zum Schmunzeln. Die beiden Männer mit dem gleichen Vornamen verstehen sich bestens und waren jetzt auf Schloss Todenwarth zu Gast.

Der Grund: Jochen Halbig sollte endlich sein Geburtstagsgeschenk bekommen. Ende Oktober hatte er seinen 80. gefeiert. Sohn Moritz suchte ein passendes Geschenk. Der Vater durfte Vorschläge machen. Sofort fielen ihm die Blindfenster am Schloss ein. Eine Funktion haben sie nicht – die klare architektonische Baulinie brachte sie hervor. Insgesamt ist das Schloss Todenwarth mit sechs Blindfenstern versehen. Seitdem Jochen Halbig hier wohnt, ist es sein Wunsch, die Fenster nach und nach von Künstlern aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis gestalten zu lassen.

Die beiden Fenster an der Straßenseite sind fertig. Ein Blindfenster auf der gegenüberliegenden Seite gestaltete Halbig mit Hilfe seiner Familie selbst. Bleiben drei übrig. Das auf der Südseite ist nun mit einer Emaillearbeit von Moritz Götze versehen, dem Geburtstagsgeschenk für Jochen Halbig. Das wurde bis dato streng geheim gehalten. Jochen Halbig kannte einzig die beiden Motive und durfte sich für eines entscheiden. Den Bärtigen mit Blumenvase wählte er ab. Interessanter fand er den jungen Mann mit Schaf und Kammgarnspinnerei im Hintergrund. „Allein wegen der Symbolik“, erklärt der 80-Jährige.

Moritz und Moritz akzeptierten dies und trafen die Vorbereitungen. Das Blindfenster musste heimlich ausgemessen werden. „Während Jochen einkaufen war“, erinnert sich Antje Halbig. Und weil das eben ruckzuck erfolgte, hatte man nun beim Anbringen ein kleines Problem. Mit Beitel und Holzhammer war das aber schnell behoben. Sechs Schrauben halten das Kunstwerk im Mauerwerk. „Am Ufer“ lautet sein Titel. Jochen Halbig war sehr dankbar. „Ich hatte das Bild vorher noch nicht gesehen“, sagt er. Umso größer war die Überraschung.

Jochen Halbig (links) ist mit seinem nachträglichen Geburtstagsgeschenk sichtlich zufrieden Foto: A. Recknagel

Moritz Götze holte das Bild aus dem Auto und platzierte es zunächst im Garten, damit es von Jochen Halbig in aller Ruhe bestaunt werden konnte. Zuerst fiel ihm das Wappen auf dem Pullover des doch etwas älteren Herren im Zentrum des Bildes auf. „Wir haben uns gegen den jungen Mann entschieden, schließlich muss man Papa wiedererkennen“, erklärt Moritz Halbig. Das Motiv erinnert an den guten Hirten. Auch die Werra fehlt nicht. Vorlage lieferte das Bild, das Jochen Halbig aus dem ehemaligen Festsaal des Verwaltungsgebäudes der Kammgarnspinnerei rettete und das jetzt bei ihm im Veranstaltungsraum an einer Wand zu sehen ist.

Moritz Götze (links) hat das Emaljebild farblich passend zur Südseite des Schlosses gestaltet. Halbig Sohn Moritz half beim Anbringen. Foto: A. Recknagel

Ende März war die Emaillearbeit von Moritz Götze fertig. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Coronabeschränkungen verschärft wurden. Nachdem jetzt Lockerungen in Kraft getreten sind, war es höchste Zeit, das Kunstwerk an der Schlossfassade anzubringen und ein Blindfenster zu schließen. Das Bild ist in mehreren Arbeitsschritten entstanden und insgesamt achtmal gebrannt . „Es ist krisenresistent und hält garantiert 100 Jahre“, erläutert der Künstler. Von der Bundesstraße 19 aus wird es zu sehen sein. „Es ist farblich perfekt“, urteilte Herbert Frübing, der sich das Anbringen nicht entgehen ließ.

Moritz Götze ist 1964 in Halle geboren und wird bei Wikipedia als zeitgenössischer deutscher Maler, Grafiker, Emaille- und Objektkünstler beschrieben. Anfang der 1990er-Jahre erhielt er einen Lehrauftrag für Serigrafie an der Hochschule Burg Giebichenstein, Halle und 1994 eine Gastprofessur in Paris. Sehr schnell etablierte sich Moritz Götze nach der Wiedervereinigung in die deutsche und internationale Kunstszene. Auch in Schmalkalden stellte er einige seiner Bilder schon aus.

Jochen Halbig will auf Schloss Todenwarth nach einigen Ausfällen durch Corona wieder mit Veranstaltungen beginnen. Für den 21. Juni ist ein Open-Air-Konzert mit deutschen Liedern und Chansons von Bettina Riebesel und Jörg Dathe geplant. Vier Wochen später gastiert ein Puppenspieler auf Schloss Todenwarth. Auch das wird eine Open-Air-Veranstaltung sein. Und im Rahmen des Orgelsommers ist Mitte Juli ein Konzert im Garten von Schloss Todenwarth geplant.