Historisches

  • Die Anfänge liegen im Dunkel. Vermutlich war die Warthe lange vor ersten schriftlichen Erwähnungen Grenzwarthe der alten Landwehr zwischen Franken und Thüringen. 1330 genannt im „Frankensteiner Kaufbrief“, 1344 verkauft Herdnid v. Schwallungen seine Güter in „warte sita“ dem Abt von Breitungen. 1427 belehnt Graf Wilhelm IV. Hans Wolff „…erneut mit der Todenwarth“ (Henneberger Urkundebuch). Lehensbriefe bis ins 19. Jh. bezeugen, daß die „Wölfe zur Todenwarth“ fortlaufend mit der „Warth“ belehnt wurden.
  • Die Herkunft der „Wölffe von Todenwarth“ ist umstritten. Während Goethes Ahnenforscher Knetsch (Goethe hat unter seinen Vorfahren eine Todenwarth) bürgerliche Herkunft annimmt, widerspricht dies den Texten der Adelsbriefe von 1623 (hier wird „die adlige Abstammung und das mehr als 300 Jahre geführte adlige Wappen“) bestätigt) sowie 1637 (Der hessische Kanzler Antonius Wolff von Todenwarth wird von Kaiser Ferdinand III in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben bei gleichzeitiger Verleihung des „verbesserten und vermehrten Wappens“).
  • Im Bauernkrieg und 30-jährigen Krieg wurde viel von der ursprünglichen Substanz vernichtet. Auf den Resten der Vorgängerbauten wurde das „Schloß“ im 17. Jh. aufgebaut, die Ruine der ehemaligen Kemenate an der Südostecke diente Jahrhunderte als Scheune. Erst 1908 entstand auf dem Mittelalterlichen Erdgeschoß das „neue Herrenhaus“ in seiner heutigen Gestalt.

    Die Todenwarth von Süden

    Restauriertes schmiedeeisernes Zugangstor
    Die Heer- und Handelsstraße von Nürnberg nach Niedersachsen führte durch die Warthe und die Brüder Wolff wurden beauftragt, die Tore zu öffnen und zu schließen.
  • Seit 500 Jahren in Besitz der Wölffe von und zur Todenwarth, mußte die Warthe 1919 vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen verkauft werden. Der neue Besitzer veräußerte nach und nach die zugehörigen Ländereien. Das Kerngrundstück innerhalb der Mittelalterlichen Mauern wurde nach dem 2. Weltkrieg geteilt. Nun Quartier vieler Umsiedler verfiel die ganze Anlage immer mehr. Die Eigentümer wechselten. 1987 – 1993 wurde vom damaligen Besitzer des „alten Hauses“ der Verfall durch erste Sicherungsmaßnahmen mit Hilfe der Denkmalpflege gestoppt.
  • 1997 wurde Schloß Todenwarth mit dem größeren Teil der historischen Anlage wieder von Todenwarth-Nachkommen erworben. Sofort begannen umfassende Restaurierungsarbeiten, die wir vorwiegend in familiären Eigenleistungen (mit zeitweiliger Unterstützung durch die Denkmalpflege) sowie Handwerkern aus der Region durchführen.
  • Seit dem Jahr 2000 ist die Todenwarth wieder zugänglich. An den „Internationalen Tagen des offenen Denkmals“ seit 2000 informierten sich über 2500 Interessierte über den Fortgang der Restaurierungsarbeiten und über die Geschichte von Ort und Familie Todenwarth.Wie in jedem Jahr findet der „Tag des Offenen Denkmals“ auch 2006 am 2. Sonntag im September statt.

    Eingang zum Schloß

    Mittelalterlicher Sandsteinfußboden
    im Eingangsbereich

    Torwächterhäuschen