Presse zu „Peter und der Wolf“

Juli 4th, 2020

Presse zu „Deutsch-deutsche Lieder“

Juli 4th, 2020

„Peter und der Wolf“

Juni 13th, 2020

Sonntag, 28. Juni 15.30 „open air“ auf Todenwarth: Musikmärchen für Kinder von Sergei Prokofjew

„Seit 20 Jahren und über 600 Vorstellungen tanzt Wilfried Reach den Wolf. Schräg, energetisch und bezaubernd- poetisch erweckt er den Puppentheater- klassiker zum Leben und erntet nicht nur von den kleinen Zuschauern manch entzückt-gruseligen Aufschrei.“ (THEATER DER JUNGEN WELT, Leipzig)

Wilfried Reach

„Wilfried Reach ackert und wirbelt, gibt für sein Publikum alles. Einen besseren Vermittler seines Werkes wird der ‚gute Sergej‘ wohl lange suchen müssen!“ (LVZ – Leipziger Volkszeitung)

„Peter und der Wolf“ ist mit dieser Leipziger Inszenierung ein großer Spaß für Kinder ab 5 Jahren bis zur 4. Klasse, natürlich auch für Eltern und Großeltern. Das Spiel dauert ca. bis 16.30 (60min).

Platz ist genug im Garten der Todenwarth, Corona- bedingte Abstände können eingehalten werden. Kindern ab 7 Jahren sowie begleitenden Erwachsenen wird zumindest bei Ein- und Ausgang Mund- Nasenschutz nahe gelegt. Dabei kann man ruhig auch kreativ sein.

Wir bitten um Anmeldung bis 20. Juni:
per E Mail j.halbig@todenwarth.de oder
Telefon 036848 – 31401 (der Anrufbeantworter ist immer eingeschaltet)           
Unkostenbeitrag: Kinder 3€, Begleiter*innen 5€.

Wir freuen uns auf Euren Besuch! Familie Halbig & Freundeskreis Todenwarth    

„Richtig schön warst nur mit dir“

Juni 13th, 2020

Sonntag, 21. Juni 16.00 „OPEN AIR“ auf Todenwarth:

Bettina Riebesel und Jörg Dathe präsentieren Deutsch – Deutsche Lieblingslieder

Vor circa 5 Jahren sind Bettina Riebesel und Jörg Dathe zum ersten Mal mit ihrem Programm „Als ich ein Kind noch war …“, Schlager, Lieder, Balladen, Chansons und autobiografisches aus ihrer Kindheit und Jugend in der DDR aufgetreten, im Juli 2015 auch auf Todenwarth. Das Programm wurde erfolgreich zwei Jahre lang im Spielplan des Konstanzer Theaters und später dann noch einmal zwei Jahre im Spielplan des „Hans Otto Theater“ Potsdam aufgeführt. Dort waren und sind sie die letzten vier Jahre als Schauspieler engagiert. 

Bettina Riebesel und Jörg Dathe

Nach dem 30. Jahrestag des Mauerfalls gibt es nun eine Fortsetzung: neben Liedern aus der DDR sind nun Lieder aus dem „anderen“ Teil Deutschlands hinzugekommen, das Programm heißt nun: „Richtig schön warst nur mit dir!“ – Deutsch / Deutsche Lieblingslieder.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Familie Halbig & Freundeskreis Todenwarth

Ein Fenster mit tiefer Symbolik

Juni 13th, 2020

Südthüringer Zeitung, 13.6.2020 von Annett Recknagel

Für Jochen Halbig ging ein ganz besonderer Wunsch in Erfüllung: An der Südseite von Schloss Todenwarth ist ein Emaillebild des Künstlers Moritz Götze aus Halle zu sehen.

Das Motiv erinnert an den guten Hirten – und soll dem Schlossherrn der Todenwarth ähneln. Foto: J. Halbig   

Fambach – Ein Kunstwerk, sechs Schrauben und zweimal Moritz. Der eine ist Zahnarzt in Nürnberg und Sohn von Jochen Halbig, der andere ein weltweit anerkannter Künstler, der seine Werke unter anderem schon in Indien, Ungarn und Amerika ausstellte. Übrigens trägt Moritz Halbig den Namen Moritz, weil die Familien eine jahrelange Freundschaft verbindet. „Antje hat dich damals im Kinderwagen durch Halle geschoben“, erinnert sich Jochen Halbig und bringt Moritz Götze zum Schmunzeln. Die beiden Männer mit dem gleichen Vornamen verstehen sich bestens und waren jetzt auf Schloss Todenwarth zu Gast.

Der Grund: Jochen Halbig sollte endlich sein Geburtstagsgeschenk bekommen. Ende Oktober hatte er seinen 80. gefeiert. Sohn Moritz suchte ein passendes Geschenk. Der Vater durfte Vorschläge machen. Sofort fielen ihm die Blindfenster am Schloss ein. Eine Funktion haben sie nicht – die klare architektonische Baulinie brachte sie hervor. Insgesamt ist das Schloss Todenwarth mit sechs Blindfenstern versehen. Seitdem Jochen Halbig hier wohnt, ist es sein Wunsch, die Fenster nach und nach von Künstlern aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis gestalten zu lassen.

Die beiden Fenster an der Straßenseite sind fertig. Ein Blindfenster auf der gegenüberliegenden Seite gestaltete Halbig mit Hilfe seiner Familie selbst. Bleiben drei übrig. Das auf der Südseite ist nun mit einer Emaillearbeit von Moritz Götze versehen, dem Geburtstagsgeschenk für Jochen Halbig. Das wurde bis dato streng geheim gehalten. Jochen Halbig kannte einzig die beiden Motive und durfte sich für eines entscheiden. Den Bärtigen mit Blumenvase wählte er ab. Interessanter fand er den jungen Mann mit Schaf und Kammgarnspinnerei im Hintergrund. „Allein wegen der Symbolik“, erklärt der 80-Jährige.

Moritz und Moritz akzeptierten dies und trafen die Vorbereitungen. Das Blindfenster musste heimlich ausgemessen werden. „Während Jochen einkaufen war“, erinnert sich Antje Halbig. Und weil das eben ruckzuck erfolgte, hatte man nun beim Anbringen ein kleines Problem. Mit Beitel und Holzhammer war das aber schnell behoben. Sechs Schrauben halten das Kunstwerk im Mauerwerk. „Am Ufer“ lautet sein Titel. Jochen Halbig war sehr dankbar. „Ich hatte das Bild vorher noch nicht gesehen“, sagt er. Umso größer war die Überraschung.

Jochen Halbig (links) ist mit seinem nachträglichen Geburtstagsgeschenk sichtlich zufrieden Foto: A. Recknagel

Moritz Götze holte das Bild aus dem Auto und platzierte es zunächst im Garten, damit es von Jochen Halbig in aller Ruhe bestaunt werden konnte. Zuerst fiel ihm das Wappen auf dem Pullover des doch etwas älteren Herren im Zentrum des Bildes auf. „Wir haben uns gegen den jungen Mann entschieden, schließlich muss man Papa wiedererkennen“, erklärt Moritz Halbig. Das Motiv erinnert an den guten Hirten. Auch die Werra fehlt nicht. Vorlage lieferte das Bild, das Jochen Halbig aus dem ehemaligen Festsaal des Verwaltungsgebäudes der Kammgarnspinnerei rettete und das jetzt bei ihm im Veranstaltungsraum an einer Wand zu sehen ist.

Moritz Götze (links) hat das Emaljebild farblich passend zur Südseite des Schlosses gestaltet. Halbig Sohn Moritz half beim Anbringen. Foto: A. Recknagel

Ende März war die Emaillearbeit von Moritz Götze fertig. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Coronabeschränkungen verschärft wurden. Nachdem jetzt Lockerungen in Kraft getreten sind, war es höchste Zeit, das Kunstwerk an der Schlossfassade anzubringen und ein Blindfenster zu schließen. Das Bild ist in mehreren Arbeitsschritten entstanden und insgesamt achtmal gebrannt . „Es ist krisenresistent und hält garantiert 100 Jahre“, erläutert der Künstler. Von der Bundesstraße 19 aus wird es zu sehen sein. „Es ist farblich perfekt“, urteilte Herbert Frübing, der sich das Anbringen nicht entgehen ließ.

Moritz Götze ist 1964 in Halle geboren und wird bei Wikipedia als zeitgenössischer deutscher Maler, Grafiker, Emaille- und Objektkünstler beschrieben. Anfang der 1990er-Jahre erhielt er einen Lehrauftrag für Serigrafie an der Hochschule Burg Giebichenstein, Halle und 1994 eine Gastprofessur in Paris. Sehr schnell etablierte sich Moritz Götze nach der Wiedervereinigung in die deutsche und internationale Kunstszene. Auch in Schmalkalden stellte er einige seiner Bilder schon aus.

Jochen Halbig will auf Schloss Todenwarth nach einigen Ausfällen durch Corona wieder mit Veranstaltungen beginnen. Für den 21. Juni ist ein Open-Air-Konzert mit deutschen Liedern und Chansons von Bettina Riebesel und Jörg Dathe geplant. Vier Wochen später gastiert ein Puppenspieler auf Schloss Todenwarth. Auch das wird eine Open-Air-Veranstaltung sein. Und im Rahmen des Orgelsommers ist Mitte Juli ein Konzert im Garten von Schloss Todenwarth geplant.

Kein Frühlingsfest am 9.Mai!

Mai 8th, 2020

Leider kann das Frühlingsfest des hessischen Geschichtsvereins zusammen  mit dem Freundeskreis Todenwarth nach Rücksprache mit dem Landratsamt auf Grund der Corona- Pandämie nicht zum geplanten Termin am 9. Mai stattfinden. Ob wir es in diesem Jahr ausfallen lassen müssen, oder doch noch in ein paar Wochen auf der Todenwarth zum Konzert, Gespräch , Kaffeee und Kuchen zusammen kommen können, entscheiden der Fortgang bzw. Rückgang der Erkrankungs- und Letalitätsrate und die damit möglich werdenden Beschränkungsaufhebungen.

Herzliche Grüße von der Todenwarth – bleibt gesund!

Jochen Halbig

Vom Scharfrichter zum Arzt – vier Generationen Henker, Heiler, Menschen

Februar 27th, 2020

Mittwoch, 4. März, 19:00 Uhr: Vortrag von Dr. Kai Lehmann auf der Todenwarth

In der Schmalkalder Totenhofkirche befindet sich ein großes und kunstvoll gestaltetes Grabdenkmal für Hieronymus Wahl. Solche Epitaphe kosteten der hinterbliebenen Familie sehr viel Geld und bezeugen den Wohlstand und das Ansehen des Verstorbenen. Hieronymus Wahl aber war von 1657 bis 1681 Scharfrichter in Schmalkalden. Wie geht das zusammen? Hieronymus war der Sohn von Otto Heinrich Wahl, „dem“ Scharfrichter in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts schlechthin. Der Mann folterte und brachte z. B. hunderte von Hexen auf den Scheiterhaufen. Er war so gefragt, dass man ihn aus Weimar, Jena, Bamberg oder Würzburg anforderte. Eine der Töchter von Hieronymus Wahl heiratete Johann Jeremias Glaser, Scharfrichter in Meiningen und Wasungen. Glaser hielt in einem Rechnungsbuch sein Erwachsenen-Leben in Zahlen fest. Auf 350 Seiten findet sich jede Einnahme und Ausgabe die Glaser tätigte. Dieses Buch erlaubt einen Blick hinter die Maske des Scharfrichters auf den Menschen dahinter. Glasers jüngster Sohn wiederum studierte und wurde Stadtarzt in Suhl.

Diese vier Generationen sollen im Vortrag von Dr. Kai Lehmann, Direktor des Museums Schloss Wilhelmsburg, beleuchtet werden, wobei der Schwerpunkt aber auf dem Meininger/Wasunger Scharfrichter Johann Jeremias Glaser liegt. Durch dessen Rechnungsbuch kann sein Leben bis ins kleinste Detail nachvollzogen werden: angefangen davon, was es bei den Taufen seiner Kinder zu Essen und zu Trinken gab, über seinen Besitz in Wasungen (Wo wohnte er, besaß er noch andere Häuser und Gärten, wie sah die Inneneinrichtung seines Wohnhauses in Wasungen aus?) bis hin zu Glasers Beerdigung.Darüber hinaus geht der Referent auch Fragen nach, was überhaupt ein Scharfrichter ist, warum der Beruf als unehrenhaft galt, welche Todesstrafen es gab oder wie die Folter ablief. Aber es soll nicht um den Gruselfaktor gehen, sondern vielmehr darum, wie lebte ein vermeintlich brutaler und ungebildeter Mensch im ausgehenden 17. Jahrhundert. Waren Scharfrichter tatsächlich tumbe und unkultivierte Männer oder waren sie vielmehr ganz normale Menschen, denen aufgrund des Standes in den sie hineingeboren wurden, gar nichts anderes übrig blieb, als Scharfrichter zu werden?

Der Heidelberger Scharfrichter Franz Wilhelm Widmann bei der Ausübung seines Amtes, kolorierter Kupferstich 1820

Katasterrat, Künstler, Kritiker

Januar 30th, 2020

Südthüringer Zeitung

Mit vielen historischen Bildern und Dokumenten ließ der Besitzer des Schlosses Todenwarth längst vergangene Zeiten lebendig werden. Die Kunstruine auf dem Frankenstein und das Kriegerdenkmal im Rathenaupark wurden nach Entwürfen von Max Halbig gebaut.

Bad Salzungen – Was verbindet die Kunstruine Frankenstein, die 1891 als Andenken an die ursprüngliche Burg Frankenstein errichtet wurde und bis heute beliebtes Ausflugsziel mit großartigem Rundblick ins Werratal ist, mit dem Kriegerdenkmal im Bad Salzburger Rathenaupark, das 1904 eingeweiht wurde? Beide Bauwerke wurden nach Entwürfen des damaligen Katasterrates Max Halbig entworfen, dessen Leben und Wirken sein Enkel Dr. Jochen Halbig in einem Vortrag im Museum am Gradierwerk vorstellte. Mit vielen historischen Bildern und Dokumenten ließ der Besitzer des Schlosses Todenwarth bei Fambach längst vergangene Zeiten lebendig werden, tauchte gemeinsam mit den vielen Zuhörern – darunter zahlreiche Mitglieder der Frankensteingemeinde und Bürgermeister Klaus Bohl – tief in die bewegte Geschichte seiner Vorfahren ein. 1997 erwarb der Zahnarzt die Ruine des Schlosses und restaurierte sie aufwendig und liebevoll. Seine Großmutter, Camilla Wolff von Todenwarth, war hier, oberhalb der Zwick, aufgewachsen. Der Fokus des Vortrags lag jedoch nicht auf der über 500-jährigen Geschichte des Geschlechts der Wölfe von und zur Todenwarth, sondern auf Max Halbig und seinem Vater Johann Jacob, der in Meiningen aufwuchs und dort ab 1821 aufs Gymnasium Bernhardinum ging.

Jochen Halbig blätterte im dickleibigen handschriftlich geführten Schultagebuch seines Vorfahren, welches mit den Worten: „War keine Schule!“ beginnt. Johann Jacob wurde Lehrer – zunächst an Armenschulen in Meiningen und Hildburghausen, ab 1826 dann am Gymnasium Bernhardinum. Das Gehalt, wie eine Urkunde zeigt, wurde nicht nur in Geldstücken, sondern auch in Naturalien wie Holz zum Heizen gezahlt. Aus seiner Ehe mit Dorothea Luise Dressel gingen vier Kinder hervor: Max, Karl, Adolf und Mathilde. Bereits 1858 verstarb Dorothea, Johann Jacob ging 1876 in den verdienten Ruhestand.

Max Halbig, geboren am 2. September 1837, zeichnete bereits als Kind und Jugendlicher viel und gut, wie Jochen Halbig mit verschiedenen eindrucksvollen Bleistiftskizzen zeigen konnte. Fabriken wie ein Walzwerk stellte Max Halbig ebenso kunstvoll-realistisch dar wie verfallene Burgen oder den Eingang zur Wartburg. Nach dem Studium in Jena arbeitete er 1860 als Landvermesser in Meiningen, 1872 erfolgte der Umzug nach Salzungen. 1866 heiratete er Camilla, mit der er sieben Kinder bekam und für die er 1870 ein großes Haus mit viel Garten errichten ließ. In den unteren Räumen mietete sich im April 1879 das hiesige Katasteramt ein. Camilla starb mit gerade mal 35 Jahren. Damit die Kinder versorgt waren, heiratete Max Halbig 1884 Emma Heine. Die älteren Kinder hassten ihre Stiefmutter, sein Vater dagegen, so Jochen Halbig, habe sie geliebt.

Auf Fotos schaut der gut aussehende Max Halbig, der als gestandener Mann Vollbart trug, mit heiteren, wachen Augen lächelnd in die Welt. Der Katasterrat war nicht ohne Schalk und Humor, wie kleine Skizzen, auf denen er seine Mitbürger in unterschiedlichsten Posen festgehalten hat, beweisen. Ein stolzgeschwellter Herr im Anzug wird hier im wahrsten Sinne des Wortes zum Gockel, weil Max Halbig ihm einen schönen Hahnenschweif anzeichnete, daneben findet man bierselig-runde Gestalten, biedermeierlich- blöde dreinschauend.

Mit dem visionären, nicht im Besitz von Jochen Halbig befindlichen Bild „Die Frankenstein Ruine der Zukunft im Abendsonnenschein“ unterstützte der Katasterrat kunstvoll das Vorhaben des Amtsrichters Dr. Höfling, auf dem Frankenstein einen Aussichtsturm zu errichten. Es wurde in der „Heimatwarte“, einer Beilage des Salzunger Tageblatts, abgedruckt und stieß bei der Bevölkerung auf große Begeisterung.

Max Halbig nahm an der Errichtung der Kunstruine regen Anteil – erhalten geblieben ist unter anderem ein Brief, in dem er die Baupläne, die zunächst einen nur zweigeschossigen Turm vorsahen, scharf kritisiert.

Ehrenamtlich übernahm er später den Entwurf und Bau des Denkmals für die Salzburger Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871, gründete dafür eigens 1900 ein Komitee und schickte Skizzen und Entwürfe an den Meininger Herzog Georg zur Beurteilung. Dieser erteilte schließlich schriftlich sein „Placet“.

1909, mit 71 Jahren, starb der Katasterrat. Sein Grundstück mit dem Haus wurde an das Erzbistum Würzburg verkauft und 1923/24 die katholische Kirche St. Andreas im barocken Stil errichtet. Das ehemalige Wohnhaus der Halbigs ist heute Pfarrhaus.

Mit viel Empathie erzählte Jochen Halbig von seinem Großvater, eine der heute fast unbekannten Persönlichkeiten, die die Kurstadt in vergangenen Zeiten geprägt haben. Durch seinen Vortrag wurde den Zuhörern nicht nur sein Vorfahr, sondern auch das damalige Leben im Werratal und Solbad gegenwärtig.

Annett Spieß

Der Salzunger Katasterrat Max Halbig und seine Idee vom Frankenstein

Januar 18th, 2020

Do. 23. Januar 2020, 19 Uhr  

Museum am Gradierwerk, Bad Salzungen

Vortrag mit PPP. von Jochen Halbig.

Der Museumsverein Bad Salzungen e.V. lädt am Donnerstag, dem 23. Januar, um 19:00 Uhr zu einem bebilderten Vortrag: „Der Salzunger Katasterrat Max Halbig und seine Vorfahren“ein. Der Eintritt ist frei. Dr. Jochen Halbig hat die Geschichte seiner Vorfahren erforscht und dabei manches interessante Detail herausgefunden, zum Beispiel über den Frankenstein:

Der Amtsrichter Dr. Höfling stieß vor fast 150 Jahren mit seinem Vorhaben, auf dem Frankenstein einen Aussichtsturm zu errichten, zunächst auf Ablehnung. Selbst seine Freunde belächelten seinen Optimismus. Doch 1881 kam Bewegung in die Angelegenheit, als auswärtige Kurgäste die herausragende Position des „großen Frankensteins“ in einem Zeitungsartikel hervor hoben.

Schließlich zeichnete der Katasterrat Max Halbig ein künstlerisch ausgeführtes Bild mit dem Titel: „Die Frankensteiner Ruine der Zukunft im Abendsonnenschein“. Dieses Bild erschien mit einem Aufruf von Dr. Höfling in einer Salzunger Zeitung. Zusammen mit einer Sammelliste fand die Zeichnung Verbreitung in Salzungen und dem Umland. So trug Max Halbig zur Realisierung der Kunstruine bei.
Max Halbig war verheiratet mit einer von Todenwarth. Noch heute zeugt das Schloss Todenwarth bei Niederschmalkalden von einer über fünfhundert Jahre währenden Geschichte des Geschlechts der Wölfe von und zur Todenwarth.

Sechs Sandsteinblöcke in Skulpturen verwandelt

September 2nd, 2019

Finn, der Hund von der Todenwarth, ist in Stein gemeißelt. Das Tier findet sich in einer von sechs Skulpturen, die während des 4. Breitunger Steinbildhauer-Symposiums entstanden sind.

Monika Ritter hat „Zwillinge mit Hund“ geschaffen. Fotos (7) Wolfgang Benkert: fotoart-af.de

Breitungen – „Zwillinge und Hund Finn“ nannte Monika Ritter ihre Arbeit, die während des Steinbildhauer-Symposiums im Schlossgarten in Breitungen entstanden ist. Als das Symposium nach knapp zwei Wochen zu Ende ging, hätte sie gerne noch weitergemacht. „Schade, dass nicht noch mehr Zeit war“, sagte sie, als die Künstler zum Abschluss ihre Werke in lockerer Runde vorstellten. Unter den Zuhörern waren Breitungens Bürgermeister Ronny Römhild und Fabian Amborn vom Bauamt, der in der Verwaltung für das Symposium zuständig war; Familie Halbig von Schloss Todenwarth, wo zwischen 2003 und 2008 die ersten drei Symposien stattfanden, und Vertreter der Meininger Freimaurer-Loge „Georg Liberalitas“. Die Freimaurer unterstützen das Symposium und möchten eines der sechs Werke in Meiningen aufstellen.

Finn, der Todenwarth’sche Hund, war im Schlossgarten nicht dabei. In Monika Ritters Skulptur ist er länger ausgefallen als im Original, aber ebenso freundlich. Er schmiegt sich an die Zwillinge, als wär‘s der Drilling. Eine Arbeit, die Positives ausstrahlen soll. „Es gibt nicht nur Negatives“, sagt Monika Ritter. Die Künstlerin hat in den 80er-Jahren die Holzbildhauer-Schule in Bischofsheim in der Rhön besucht, heute lebt sie in Kalchreuth bei Nürnberg. Beim Symposium war sie zum ersten Mal dabei.

 

Tobias Golde und die „Knieende“. Foto: Wolfgang Benkert

Auch Tobias Golde aus Leipzig ist neu in der Runde. Auch er hat einst Holzbildhauer gelernt und später Bildhauerei studiert. Nach Breitungen ist er mit einem Modell gereist, das er „am ersten Tag weggelegt“ hat, wie er erzählte. Was er aus seinem Sandsteinblock herausgeholt hat, ist kompakter geworden. Ein Unterkörper mit dem Ansatz der Beine, ein Oberkörper, der verwachsen erscheint. Eine Metamorphose, erklärt Golde. Ihn interessiere das nicht Sichtbare, die Frage, was passiert weiter. „Knieende“ wäre seiner Absicht nach ein passabler Titel für sein Werk.

 

 

 

Bei der Skulptur von Lasse Schulz-Berke dachte mancher Betrachter an Eisberge und die Titanic. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

Ohne Titel ist das Werk von Lasse Schulz-Berke aus Kaiserslautern geblieben. Die Pyramiden-Form, meint er, sei durch den Stein vorgegeben gewesen. Der Bildhauer kommt aus der Architektur, aus seinem Stein wächst ein flacher Quader, dessen Seiten verdreht sind. „Die Form wächst aus dem Rohling.“ Andere hätten sein Werk mit einem Eisberg assoziiert, und zur Titanic weitergedacht. Weil er Steinmetz ist, hat Lasse Schulz-Berke die Oberflächen klassisch bearbeitet.

 

 

 

 

 

 

 

Tobias Rempp nennt sein Werk „Hals über Kopf“. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

 

Tobias Rempp aus Nürnberg ist zum vierten Mal in Breitungen und „wieder mal nicht fertig geworden“. „Hals über Kopf“ nennt er sein Werk, den Rest „kann man sich überlegen“, meinte Rempp bei der Vorstellung. Er habe viele Figuren gemacht, die man erkennen kann und sei nun „etwas weg davon“. Steine brächten viel mit. Die Grundform sei schon da, er habe „versucht, was drauszumachen“.

 

 

 

 

Der „Breitunger Torso“ von Sebastian Paul. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

 

Neben Rempp bearbeitete Sebastian Paul seinen Stein, auch er ist ein Symposiums-Teilnehmer der ersten Stunde. Sie hätten viel über Architektur gesprochen, erzählt er, das habe sich in seiner Arbeit niedergeschlagen. Sie ist figürlich geworden, verbindet sich durch mehrere romanische Bögen aber mit der Architektur. Der Berliner nennt sie „Breitunger Torso“. Eindeutig eine Breitungerin, meinten seine Zuhörer im Schlossgarten.

 

 

 

 

 

 

 

Robert Rost mit seiner „Initiation“. Foto: Wolfgang Benkert

 

 

 

Der sechste Künstler ist in der Region der Bekannteste. Robert Rost betreibt den Steinbruch in Fambach, von dort stammen auch wieder die Sandsteinblöcke für das Symposium. Mehrere seiner Werke sind in der Region zu sehen, unter anderem die Sagenfigur des Leinewebers, der auf dem Breitunger Markt vor dem Glittstein steht. Für das Symposium hat er dieses Mal das Streben nach Verbesserung und Veränderung zum Thema gemacht. Seine Figur trägt die Hand auf dem Herzen, eine Geste, die die Arbeit an sich selbst demonstrieren soll. Figürlich, aber fragmentartig, kommentierte der Bildhauer. Die Rückseite der Skulptur ist Sonne und Mond gewidmet.

Rost’s Arbeit sprach die Vertreter der Meininger Freimaurer-Loge besonders an. Das Werk symbolisiere die drei Grade Lehrling, Geselle und Meister, meinte der „Meister des Stuhles“ – der Vorsitzende – Peter Henzel. Die Meininger Unterstützer wollten sich allerdings noch nicht auf ein Werk festlegen, sie wollten noch mit Meiningens Bürgermeister Fabian Giesder über einen geeigneten Stellplatz für eine Skulptur sprechen. Am liebsten sähen sie eine der Skulpturen „als kostenlose Leihgabe in einem der Meininger Parks“.

 

 

 

 

 

 

 

Die anderen Werke bleiben in Breitungen und werden voraussichtlich im neu angelegten „Garten der Kunst“, hinter dem Schloss, aufgestellt, wo schon die Werke des dritten Symposiums 2017 zu sehen sind.

Im „Garten der Kunst“, hinterm Breitunger Schloss, kann man Skulpturen der Symposien betrachten. Foto: Wolfgang Benkert

Der Klang der Hämmer lockte während der zwei Wochen immer wieder Neugierige in den Schlossgarten, die den Bildhauern zusahen und Fragen stellten. Dennoch hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen. Die Bildhauer schätzen diese Mischung. Es ist angenehm hier, sagte etwa Tobias Golde und lobte, wie die anderen, die besondere Atmosphäre des Breitunger Burghügels.

Text: STZ 29.8.2019 Ulricke Bischoff